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IG Metall fordert weitere Betriebe zu Warnstreiks auf | BR24

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Auf einem Plakat der IG Metall steht während eines Streiks der Schriftzug "Mehr Geld". Die Gewerkschaft hat weitere Betriebe in Oberfranken zu Warnstreiks aufgerufen.

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IG Metall fordert weitere Betriebe zu Warnstreiks auf

Zweieinhalb Monate Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie haben nichts gebracht. Die IG Metall hat mit Warnstreiks begonnen. Auch in Oberfranken finden sie den zweiten Tag in Folge statt.

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Von
  • Simon Trapp
  • BR24 Redaktion

Die IG Metall ruft heute in Oberfranken die Beschäftigten von Betrieben in Pegnitz, Mistelgau, Röslau und Coburg zu Warnstreiks auf. Wegen der Corona-Pandemie werden diese in Form von sogenannten Frühschluss-Aktionen durchgeführt, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft auf Nachfrage des BR. Das heißt, die Beschäftigten aller Schichten sollen eine Stunde früher nach Hause gehen als üblich.

Beschäftigte im Landkreis Bayreuth machen früher Schluss

Aufgerufen zu den Frühschluss-Aktionen sind Beschäftigte des Pumpenherstellers KSB in Pegnitz im Landkreis Bayreuth, der rund 1.500 Mitarbeiter beschäftigt. Früh-, Spät- und Nachtschicht sind aufgerufen, mit der Arbeit eine Stunde früher aufzuhören. Auch die Belegschaft bei Kennametal in Mistelgau im Landkreis Bayreuth soll sich an der Aktion der IG Metall beteiligen. Bei dem Hersteller von Präzisionswerkzeugen sind 250 Mitarbeiter beschäftigt.

Warnstreiks auch in Coburg und Wunsiedel

Dazu aufgerufen, an der Frühschluss-Aktion mitzumachen, sind auch die Belegschaften des Stahl- und Drahtwerks (SDW) Röslau im Landkreis Wunsiedel sowie die Belegschaft der Firma Waldrich in Coburg, die unter anderem Fräsmaschinen und Schleifmaschinen produziert.

In 24 Betrieben in Bayern wird am Dienstag gestreikt

Bereits gestern hatte die IG Metall in Oberfranken zu ersten Frühschluss-Aktionen aufgerufen: beim Automobilzulieferer Klubert und Schmidt in Pottenstein im Landkreis Bayreuth. Die Resonanz sei gut gewesen, sagte ein Sprecher der IG Metall. Insgesamt waren nach Gewerkschaftsangaben 24 Betriebe im Freistaat betroffen.

IG Metall fordert vier Prozent mehr Lohn

Die IG Metall fordert vier Prozent mehr Lohn für die Beschäftigen – wo es in einem Betrieb schlecht läuft, in Form von Lohnausgleich bei einer Senkung der Arbeitszeit. Die Arbeitgeber bieten nach einer Nullrunde in diesem Jahr eine noch nicht bezifferte Lohnerhöhung erst ab 2022 an und fordern darüber hinaus, dass stark unter der Corona-Pandemie leidende Betriebe bei bestimmten Bilanzzahlen ohne Nachverhandlungen mit der IG Metall vom Tarifvertrag abweichen können.

Verhandlungen gehen ohne Ergebnis zu Ende

Die vierte Verhandlungsrunde der Tarifparteien war am Freitag ohne Annäherung und ohne neuen Verhandlungstermin beendet worden. In Bayern arbeiten rund 840.000 Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie.

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