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Online-Bürgerdialog der Deutschen Bahn zum geplanten ICE-Werk bei Nürnberg. Das erste Gespräch fand zum möglichen Standort bei Raitersaich statt.

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ICE-Werk bei Nürnberg: Viel Gegenwind bei erstem Bürgerdialog

Bei Nürnberg soll ein neues ICE-Werk entstehen. Das Projekt stößt auf Gegenwehr. Um die betroffenen Menschen zu informieren, hat die Bahn zu einem ersten Bürgerdialog geladen – im Onlinechat prasselten die Fragen und Kommentare ein.

Von
Tina WenzelTina Wenzel
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Online stellte sich die Deutsche Bahn am Dienstagabend den Fragen der Anwohner rund um den möglichen Standort bei Raitersaich (Lkr. Fürth). Mehr als 200 Bürger waren bei der Veranstaltung angemeldet. Deutlich zeigten die Beteiligten, dass sie ein ICE-Werk in ihrer Region ablehnen und dagegen ankämpfen werden.

Angst vor Lärm durch Huptests

Die Bürger sorgen sich unter anderem um Lärmbelästigung, Waldrodungen, Enteignungen und die Verkehrssituation am Werk. Der Projektleiter des ICE-Werks, Carsten Burmeister, beantwortete Fragen dazu. So könne auch im neuen Werk, in dem Tag und Nacht gearbeitet wird, nicht auf Huptests verzichtet werden. Lärmschutzwände sind in Planung. An allen Standorten in der Region, die in Frage kommen, werden dafür Lärmschutzgutachten erstellt. Derzeit lässt die Bahn auch umweltfachliche Kartierungen anfertigen. Erst danach stehe fest, wie viel Wald voraussichtlich in den einzelnen Gebieten abgeholzt werden müsse. "Eingriffe in die Natur werden durch Ausgleichsmaßnahmen kompensiert", betonte Burmeister.

Zeit zu knapp für alle Fragen

Dass eine Bundesstraße das ICE-Werk an dem Standort bei Raitersaich kreuzen würde, könne mit einer Untertunnelung gelöst werden und stelle kein Ausschlusskriterium für den Standort dar. Nicht auf alle Fragen konnte während des Bürgerdialogs eingegangen werden, zum Unmut der Teilnehmer. Die Fragen werden gesammelt und als Fragen-Antworten-Katalog auf der Projektseite des ICE-Werks veröffentlicht, kündigte der Projektleiter an.

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Der Plan für ein Instandhaltungswerk in Raiteraich stößt auf Widerstand. Beim ersten Online-Bürgerdialog konnte die Bahn die Bedenken der Menschen aus Raitersaich im Landkreis Fürth nicht ausräumen.

Weitere Bürgerdialoge folgen

Insgesamt sind neun mögliche Standorte für das ICE-Werk bei Nürnberg im Gespräch, neben Raitersaich sind das Heilsbronn, Müncherlbach, Altenfurt/Fischbach, das ehemalige Munitionslager bei Feucht und ein Standort südlich davon, sowie Mimberg, Ezelsdorf und Allersberg/Pyrbaum. In den kommenden Wochen werden zu allen Standorten Online-Bürgerdialoge geführt. Bis September soll daran anschließend eine zweite Dialogrunde folgen, bei der auch erste Ergebnisse der Gutachten vorgestellt werden.

Millionenprojekt ICE-Werk

Die Bahn erstellt für die Standorte ein Ranking, mit dem sie im November ins Raumordnungsverfahren starten will. Dann prüft die Regierung von Mittelfranken das Vorhaben. Die Bahn plant, bei Nürnberg ein ICE-Werk zu bauen und rund 400 Millionen Euro zu investieren. 450 neue Arbeitsplätze sollen entstehen. Ende 2028 will das Unternehmen das ICE-Werk in Betrieb nehmen.

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Neun mögliche Standorte für das ICE-Werk werden derzeit von der Bahn weiter untersucht.

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