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ICE-Halt am Münchner Flughafen soll kommen | BR24

© pa / dpa / Peter Kneffel

Fluggast mit Gepäck am Münchner Hauptbahnhof

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    ICE-Halt am Münchner Flughafen soll kommen

    Dem Münchner Flughafen fehlt nach wie vor ein Fernbahnanschluss. Der soll nun aber kommen, wenn es nach Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU) geht - auch um umweltschädliche Inlandsflüge zu reduzieren.

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    Als der Münchner Flughafen 1992 im Erdinger Moos in Betrieb ging, spöttelten böse Zungen, München sei der einzige Flughafen, der ausschließlich aus der Luft erreicht werden könne. Inzwischen gibt es zwei S-Bahn-Linien, einen eigenen Autobahnzubringer sowie Regional-Bahn und Buslinien zum Münchner Flughafen. Was nach wie vor fehlt, ist ein Fernbahnanschluss. Der soll aber doch noch entstehen, meint Verkehrsminister Hans Reichhart - auch aus umweltpolitischen Gründen:

    "Wir reden gerade alle davon, dass wir – gerade im innerdeutschen Bereich - möglichst auf Inlandsflüge verzichten wollen. Und wenn wir das gewährleisten wollen, dann müssen wir das Schienennetz besser ausbauen. Und der Münchner Flughafen ist einfach ein Drehkreuz. Es landen Flugzeuge aus aller Welt hier, wo dann die Passagiere weiterfliegen auf kleinere Flughäfen. Wenn wir das vermeiden wollen, wenn wir erreichen wollen, dass wir einen Teil der Umsteigeverbindungen damit ersetzen, dann brauchen wir auch einen Fernverkehrshalt." Hans Reichhart (CSU), Verkehrsminister Bayern

    Reichhart hat in dieser Hinsicht auch schon ein Vorbild vor Augen:

    "Wir hätten dann den Zustand, der in Frankfurt schon da ist: Wo auch der Fernbahnhof da ist, wo auch die Fernzüge fahren - und ich glaube, da müssen wir hin kommen." Hans Reichhart (CSU), Verkehrsminister Bayern

    Flughafen-Gesellschaft sieht Möglichkeiten

    Bei der Flughafen München Gesellschaft (FMG) rennt der Minister mit seinem Vorschlag offene Türen ein. Die Flughafenbetreiber wünschten sich schon lange einen Fernbahnanschluss, erklärt Ingo Anspach, Pressesprecher der FMG:

    "Wir hätten für einen solchen ICE-Bahnhof und die dazugehörige Trasse durchaus Platz. Das ist damals, beim Bau des Flughafens, schon als Option berücksichtigt worden." Ingo Anspach, FMG-Pressesprecher

    An Trassen fehlt es nicht, sagt der Minister

    Reichhart zufolge müsste die Verbindung auch nicht zwingend über die ursprünglich geplante Transrapidstrecke führen – es gäbe auch andere Möglichkeiten:

    "Es gibt verschiedene Optionen, wie man dort tätig werden kann. Wir haben um München rum den Nordring, der ja jetzt auch ertüchtigt werden soll, für den Nahverkehr, wo man auch über den Fernverkehr nachdenken kann. Es gibt verschiedene andere Trassen, die auch dort möglich sind." Hans Reichhart (CSU), Verkehrsminister Bayern

    Zustimmung von der SPD

    Unterstützung bekommt Reichhart von der oppositionellen SPD. Deren Fraktionschef Horst Arnold kommt aus Fürth, er kennt die Probleme mit einem Flug von München aus:

    "Wenn heute von Nürnberg nach München Hauptbahnhof eine Stunde und zwei Minuten Zeit mit dem ICE verbracht wird und dann 54 Minuten vom Hauptbahnhof zum Flughafen, dann zeigt sich, wie unattraktiv sich derzeit das Angebot gestaltet. Und gerade die Kurzstreckenflüge von München nach Nürnberg müssen in dem Zusammenhang doch vermieden werden." Horst Arnold SPD-Landtagsabgeordneter

    Die Grünen sind nicht begeistert

    Sein Oppositionskollege Ludwig Hartmann von den Grünen sieht das anders. Den gemeinen Bahngast drückt aus seiner Sicht ganz woanders der Schuh:

    "Das größte Problem ist zurzeit in Bayern, dass Züge ausfallen, dass Lokführer fehlen, dass der Schienenersatzverkehr nicht richtig funktioniert, die S-Bahn ist voll. Das sind so viele Baustellen, die man dringend angehen muss, um die Mobilität abseits des Autos in Bayern voranzubringen." Ludwig Hartmann, Die Grünen