BR24 Logo
BR24 Logo
Bayern

IAB-Studie: Erziehernotstand wird sich verschärfen | BR24

© dpa/Patrick Pleul

Ein Erzieher hilft Kita-Kindern beim Mittagessen.

1
Per Mail sharen
Teilen

    IAB-Studie: Erziehernotstand wird sich verschärfen

    Erzieherinnen und Erzieher sind schon jetzt in Deutschland Mangelware. Doch nach einer neuen Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) wird sich die Situation in Zukunft noch deutlich verschärfen.

    1
    Per Mail sharen
    Teilen

    Erzieherinnen und Erzieher werden bei uns in Deutschland derzeit dringend gesucht. Und dieser Notstand wird in Zukunft noch schlimmer werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg.

    Mehr Geburten - mehr Bedarf

    Als Gründe für den weiterhin ansteigenden Bedarf an Fachkräften in diesem Bereich nennt das IAB die zuletzt wieder gestiegene Anzahl an Geburten, den Ausbau der Betreuungsangebote für Kinder unter drei Jahren und den geplanten Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung an Grundschulen. Neben dem stetig fortschreitenden Ausbau der Kinderbetreuung sei das relativ hohe Alter der Beschäftigten in diesem Beruf ein weiterer Grund für den zunehmenden Personalengpass.

    "Der Erzieherberuf hat stark an Bedeutung gewonnen." IAB-Forscherin Anja Warning.

    Die Studie basiert auf einer repräsentativen Arbeitgeberbefragung, an der mehr als 10.000 Betriebe teilgenommen haben. Sie zeigt überdurchschnittlich starke Rekrutierungsprobleme im Erzieherberuf.

    "Kindertagesstätten können bei Personalmangel kurzfristig nicht über eine Verringerung der Zahl der zu betreuenden Kinder gegensteuern. Unbesetzte Stellen bringen deshalb besonders hohe Belastungen beim vorhandenen Personal mit sich. Personalmangel gefährdet die Qualität der Bildungsarbeit und nicht zuletzt die Attraktivität des Erzieherberufes", IAB-Forscherin Anja Warning.

    Attraktivität des Erzieherberufs verbessern

    Deshalb sei es dringend erforderlich, die Attraktivität des Berufs und der Erzieherausbildung deutlich zu verbessern. Ansatzpunkte dafür sieht die IAB-Studie in der Steigerung der Zahl der Ausbildungsplätze, in der Vergütung des bislang unbezahlten schulischen Ausbildungsanteils und in den vermehrten Möglichkeiten zum Quereinstieg. Darüber hinaus sei es wichtig, die Arbeitsbedingungen im Beruf zu verbessern, um diesen attraktiver zu machen.

    Derzeit sind in Deutschland rund 700.000 Erzieherinnen und Erzieher sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Die IAB-Studie ist online einsehbar.