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Die Handwerkskammer Oberfranken hat Zivilklagen unter anderem gegen zwei ehemalige Hauptgeschäftsführer und den Ex-HWK-Präsidenten bei Gericht eingereicht. Die Klagen stehen im Zusammenhang mit der Veruntreuung von Geldern.

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HWK Oberfranken: Fünf Zivilklagen gegen Ex-Führungskräfte

Die Handwerkskammer Oberfranken hat Zivilklagen unter anderem gegen zwei ehemalige Hauptgeschäftsführer und den Ex-HWK-Präsidenten bei Gericht eingereicht. Die Klagen stehen im Zusammenhang mit der Veruntreuung von Geldern.

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Von
  • Markus Feulner

Die Handwerkskammer (HWK) für Oberfranken geht juristisch gegen ehemalige Spitzenfunktionäre in ihren Reihen vor. Im Zusammenhang mit der Veruntreuung von Geldern und versäumten Aufsichtspflichten der zuständigen Geschäftsführer und Aufsichtsräte hat die Handwerkskammer fünf Zivilklagen eingereicht. Das teilten Vertreter der HWK auf einer Pressekonferenz am Montag in Bayreuth mit.

Zivilklagen auch gegen Ex-Präsident Thomas Zimmer

Betroffen sind die beiden ehemaligen Hauptgeschäftsführer der HWK, Horst Eggers und Thomas Koller, ein ehemaliger leitender Angestellter und der ehemalige Geschäftsführer des HWK-Tochtergesellschaft Gewerbe-Treuhand Oberfranken (GTO) sowie der ehemalige Präsident der HWK, Thomas Zimmer.

Schadensersatzklagen über 640.000 Euro

Dabei geht es um mehrere Schadensersatzklagen über Summen zwischen 213.000 und 640.000 Euro. Eine dieser Klagen vor dem Arbeitsgericht Bayreuth ist bereits abgeschlossen. Darin wurde der ehemals leitende Angestellte der GTO zur Rückzahlung der veruntreuten zwei Millionen Euro verurteilt. Die übrigen vier Verfahren laufen noch. Noch nicht abgeschlossen sind die strafrechtlichen Ermittlungen zu diesen Fällen durch die Staatsanwaltschaft Hof.

Vizepräsident will HWK in ruhigeres Fahrwasser bringen

Der Vizepräsident der Handwerkskammer Oberfranken, Matthias Grassmann, hofft durch die seit Herbst 2020 erfolgte Aufarbeitung und Umstrukturierung der Tochterfirma GTO und des Instituts für Gewerbeförderung (IFGO) in Kulmbach, das ebenfalls ein Tochterunternehmen der HWK Oberfranken ist, die Kammer wieder in ruhigeres Fahrwasser zu bringen und das Vertrauen der Handwerkerschaft zurück zu gewinnen. Auch ein personeller Neubeginn solle so ermöglicht werden. Für die GTO und die IFGO wurden bereits neue Geschäftsführer bestellt.

Ex-Präsident kritisiert geschäftsführenden Vorstand der HWK

Vizepräsident Grassmann führt die HWK kommissarisch seit September 2020 bis ein neuer Präsident gewählt wird. Kritik an den Darstellungen des amtierenden HWK-Vorstandes übte auf der Veranstaltung der ehemalige Präsident Thomas Zimmer. Seinen Worten nach habe auch der derzeit geschäftsführende Vorstand seine Aufsichtspflichten versäumt. So sei aus dessen Reihen nie eine Nachfrage zu den finanziellen Verhältnissen bei der GTO gekommen. Er selbst, so Zimmer, habe in seiner Zeit als Präsident stets Rechenschaft über seine Tätigkeiten für die GTO und die IFGO abgelegt.

Unstimmigkeiten bei der HWK offenbar seit Jahrzehnten

Die heute veröffentlichte Darstellung des amtierenden Vorstandes, über die Tochterfirmen sei in seiner Amtszeit nie berichtet worden, bezeichnete Zimmer als falsch. Auch in anderen Wortmeldungen der anwesenden Kammermitglieder kam Verwunderung zum Ausdruck, wie manche Zustände zum Teil über 20 Jahre scheinbar hingenommen wurden und nun plötzlich aufgedeckt wurden.

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