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HuPfla-Abriss in Erlangen: Spatenstich ohne Öffentlichkeit | BR24

© Stephan Minx / MPZPM

Der symbolische Spatenstich für das neue Forschungszentrum auf dem Gelände der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt in Erlangen.

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    HuPfla-Abriss in Erlangen: Spatenstich ohne Öffentlichkeit

    Es ist eines der umstrittensten Bauprojekte in Erlangen: Der letzte Krankenbau der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt, kurz HuPfla, soll einem modernen Forschungszentrum weichen. Jetzt haben die Bauarbeiten begonnen – ohne Öffentlichkeit.

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    Die Bauarbeiten für das Max-Planck-Zentrum für Physik und Medizin in Erlangen haben mit dem symbolischen Spatenstich begonnen. Dieser fand laut Max-Planck-Gesellschaft bereits am Dienstag ohne Öffentlichkeit statt. Das Projekt ist in Erlangen umstritten, weil für den Neubau ein Teil der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt HuPfla abgerissen werden muss. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz.

    Angst vor Protestaktionen?

    Das Max-Planck-Zentrum begründet den Termin ohne Öffentlichkeit mit Corona-bedingten Hygienemaßnahmen. Werner Lutz, Sprecher des Bündnisses "HuPfla erhalten", sagte dem Bayerischen Rundfunk, er gehe davon aus, dass der Bauherr wohl Angst vor Protestaktionen gehabt und deshalb heimlich mit den Arbeiten begonnen habe.

    HuPfla war Ort von Medizinverbrechen

    Die Initiative setzt sich dafür ein, dass der alte Bau komplett erhalten bleibt. In der HuPfla wurden während der NS-Zeit mehr als 1.000 Patienten Opfer von Medizinverbrechen. Nach jahrelanger Diskussion soll dort nun ein Gedenkort entstehen, der an diese Verbrechen erinnert. Dessen Konzeption geht davon aus, dass nur der Mittelteil des alten Klinikgebäudes stehenbleiben wird. Der Initiative ist das zu wenig, sie fordert weiterhin den Erhalt des kompletten Gebäudes.

    Freistaat investiert 57 Millionen Euro

    Das Max-Planck-Zentrums für Physik und Medizin soll im Jahr 2024 fertiggestellt sein. Forscherinnen und Forscher aus Physik, Mathematik, Biologie und Medizin werden hier gemeinsam nach neuen Wegen suchen, Krankheiten wie Krebs oder Querschnittslähmung zu behandeln, so die Max-Planck-Gesellschaft in ihrer Mitteilung. Der geplante Bau verfügt über knapp 5.700 Quadratmeter Nutzfläche, die jeweils zur Hälfte mit Laboren und mit Büros belegt sein werden. Insgesamt werden hier einmal 180 Menschen arbeiten. Der Freistaat Bayern investiert in das Vorhaben rund 57 Millionen Euro.

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