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Symbolbild: ehemalige JVA Eichstätt, die zur Abschiebehaftanstalt umgebaut wurde
© BR/Susanne Pfaller

Autoren

Christine Kerler
Susanne Pfaller
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Symbolbild: ehemalige JVA Eichstätt, die zur Abschiebehaftanstalt umgebaut wurde

Laut dem bayerischen Flüchtlingsrat befinden sich in dem Eichstätter Abschiebegefängnis derzeit mehr als 20 Insassen im Hungerstreik, das Nürnberger Bündnis für Frieden in Kurdistan spricht sogar von 27 Personen. Andere Kreise bestätigen die Angaben des Justizministeriums und berichten von lediglich drei Hungerstreikenden. Das Justizministerium berichtet zudem, dass die Flüchtlinge trinken und auch medizinisch versorgt würden. Gegensätzliche Informationen diesbezüglich liegen aktuell nicht vor.

Protest gegen geplante Abschiebung und Bedingungen in der Haftanstalt

Der Streik hatte offenbar am Mittwoch begonnen. Beteiligen würden sich daran neben mehreren kurdischen Männern auch Personen aus Süd- und Zentralafrika sowie aus Marokko und Algerien, so das Nürnberger Bündnis für Frieden in Kurdistan. Laut der Organisation protestieren die Streikenden vor allem dafür, nicht abgeschoben zu werden – aber auch gegen die Lebensbedingungen in dem Abschiebegefängnis.

So sei die Telefonzeit der Gefangenen auf 30 Minuten beschränkt. Zudem könnten ihre Anwälte nicht von sich aus in der Einrichtung anrufen und ihre Mandanten erreichen. Anderen Kreise zufolge haben die Häftlinge gefordert, bestimmte Nahrungsmittel in Konservendosen zu bekommen. Der Einsatz von Dosen ist aus Sicherheitsgründen jedoch verboten. Auch das sei Gegenstand des Protests.

Laut dem Bündnis für Frieden in Kurdistan wollen die Flüchtlinge demnächst ihre Forderungen gemeinsam formulieren und schriftlich festhalten.

Informationen über Dritte

Weder das Bündnis noch der Flüchtlingsrat haben nach eigenen Angaben direkten Kontakt zu den Streikenden. Die Organisationen würden sich auf Informationen von Freunden und Verwandten der Gefangenen stützen, heißt es.

Autoren

Christine Kerler
Susanne Pfaller

Sendung

Regionalnachrichten aus Oberbayern vom 05.10.2018 - 12:30 Uhr