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Hunderte HIV-Neuinfektionen in Bayern | BR24

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Rund 340 Menschen haben sich Schätzungen zufolge im vergangenen Jahr in Bayern mit dem HI-Virus infiziert. Noch immer sind deutlich mehr Männer betroffen als Frauen. Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) ruft dazu auf, sich konsequent zu schützen.

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Hunderte HIV-Neuinfektionen in Bayern

Rund 340 Menschen haben sich im vergangenen Jahr in Bayern mit dem HI-Virus infiziert. Folge kann die unheilbare Immunschwäche-Erkrankung AIDS sein. Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) ruft daher dazu auf, sich konsequent zu schützen.

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2016 hatte es im Freistaat Schätzungen zufolge noch rund 390 Neuinfektionen mit dem HI-Virus gegeben, das durch Schwächung des Immunsystems eine AIDS-Erkrankung auslösen kann. Ministerin Huml warnte aber davor, den Rückgang im Jahr 2017 als Beleg für eine Abnahme der Neuinfektionen zu interpretieren:

"Die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Bayern scheint zwar gegenüber dem Vorjahr etwas zurückgegangen zu sein, aber die Zahlen sind aus Gründen der geänderten Statistikmethoden nicht direkt miteinander vergleichbar." Melanie Huml (CSU), Gesundheitsministerin Bayern

Unter den neu Infizierten waren auch 2017 mit 260 Fällen die Männer weiterhin deutlich in der Überzahl.

Testwoche bietet Gelegenheit zur Kontrolle

Zwar sei die Immunschwäche-Krankheit mittlerweile behandelbar, heilbar jedoch nicht, so Huml. Deshalb sei konsequenter Schutz weiterhin unerlässlich, so die Ministerin anlässlich der bayerischen HIV-Testwoche, die am Montag nächster Woche beginnt. Bis zum 2. Dezember können sich Menschen bei Gesundheitsämtern, Aids-Beratungsstellen und Aids-Hilfen in Bayern testen lassen. Im Vorjahr haben das 1.103 Menschen im Rahmen der Aktion getan. Drei Tests darunter waren positiv.

Frühzeitige Diagnose ist wichtig

Den Schätzungen zufolge lebten Ende 2017 mehr als 11.700 Menschen in Bayern mit dem HI-Virus. 1.400 von ihnen wussten zu diesem Zeitpunkt noch nichts von ihrer Infektion. 20 bis 30 Prozent der Betroffenen erfahren laut Experten erst von ihrer Infektion, wenn die Krankheit ausgebrochen ist. "Infolge solcher Spätdiagnosen sind auch die Behandlungsaussichten der Immunschwäche-Krankheit weniger günstig", sagte Huml. Deshalb sei es wichtig, sich frühzeitig testen zu lassen.

Deutschlandweit gab es im Jahr 2017 nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts rund 2.700 HIV-Neuinfektionen. Im 2016 hatte das Institut deutschlandweit noch 2.900 Neuinfektionen verzeichnet. Rund 86.000 Menschen leben nach Angaben der Deutschen AIDS-Hilfe in Deutschland mit HIV.