Digitaler Impfnachweis - Polizei hebt Fälscherbande aus

Bildrechte: dpa-Bildfunk/Stefan Puchner
  • Artikel mit Audio-Inhalten
>

Hunderte digitale Impfpässe gefälscht - Festnahme in München

Hunderte digitale Impfpässe gefälscht - Festnahme in München

Die Polizei hat in München eine Apothekenangestellte und einen Komplizen festgenommen. Sie sollen hunderte digitale Corona-Impfnachweise gefälscht und im Internet angeboten haben. Ermittler sprechen von einer bisher einmaligen Größenordnung.

Die Polizei hat am Freitag in München eine Betrügerbande ausgehoben, die hunderte digitale Impfpässe gefälscht und im Darknet verkauft haben soll. Zwei Personen wurden verhaftet. Die Ermittler sprechen intern von einer deutschlandweit einmaligen Größenordnung. Laut Innenminister Herrmann hat sich die Zahl der Fälle jüngst vervierfacht.

350 Euro für gefälschten QR-Code

Ermittler des Bundeskriminalamtes sind Mitte August auf eine anonyme Person aufmerksam geworden, die in einem deutschsprachigen Cybercrimeforum unberechtigt ausgestellte QR-Codes für digitale Corona-Impfausweise anbot. Das berichtet die in dem Verfahren zuständige Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Betrug und Korruption im Gesundheitswesen bei der Generalstaatsanwaltschaft Nürnberg dem BR auf Nachfrage. Der Nachweis einer tatsächlichen Impfung war für den Kauf nicht nötig, der unbekannte Anbieter verlangte für den gefälschten QR-Code bis zu 350 Euro.

Im Verdacht steht eine Münchner Apothekenangestellte

Allein im Oktober soll die über ein Pseudonym agierende Bande über 500 gefälschte Impfzertifikate verkauft haben, teilweise auch ins EU-Ausland. Die Spur führte zum Rechner einer Apotheke in München-Schwabing. Ausgestattet mit einem Durchsuchungsbefehl des Amtsgerichts Nürnberg dursuchten am am Freitag Beamte des Bayerischen Landeskriminalamtes und des Bundeskriminalamtes diese und die Privatwohnungen von Tatverdächtigen. Dabei konnten laut Generalstaatsanwaltschaft Beweismittel, auch elektronische, sichergestellt werden, die den Verdacht erhärteten, dass eine Angestellte zusammen mit drei weiteren Personen für die Fälschungen verantwortlich ist.

Kryptowährungen und Bargeld sichergestellt

Der Inhaber der Apotheke gehört nicht zu den Beschuldigten, betont die Behörde ausdrücklich. Gegen zwei Tatverdächtige, die Apothekenangestellte und einen Komplizen, wurde Haftbefehl wegen Flucht- und Verdunklungsgefahr erlassen. Außerdem konnten die Ermittler Kryptowährungen und Bargeld in Höhe von fast 100.000 Euro sicherstellen.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!