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Hunderte demonstrieren in München für Kapitänin Rackete | BR24

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In München haben mehrere Hundert Menschen vor dem italienischen Generalkonsulat für die Freilassung der Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete demonstriert. Unter den Unterstützern war auch "Lifeline"-Kapitän Claus-Peter Reisch.

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Hunderte demonstrieren in München für Kapitänin Rackete

In München haben rund 700 Menschen vor dem italienischen Generalkonsulat für die Freilassung der Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete demonstriert. Unter den Unterstützern war auch "Lifeline"-Kapitän Claus-Peter Reisch.

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Seit Samstag sitzt die Kapitänin der "Sea-Watch 3", Carola Rackete, auf der italienischen Insel Lampedusa in Haft. Gegen ihre Festnahme haben am Abend in München mehrere hundert Menschen vor dem italienischen Generalkonsulat demonstriert. Die Polizei sprach auf Anfrage von rund 700 Demonstranten. Zu der Spontan-Kundgebung hatte Sea-Watch aufgerufen, mehrere Parteien und Organisationen unterstützten die Demonstration.

Rackete wurde verhaftet, als sie mit dem Flüchtlings-Rettungsschiffs "Sea-Watch 3" am Hafen von Lampedusa ohne Erlaubnis andockte. An Bord des Schiffs befanden sich 40 Flüchtlinge, die Mitte Juni aus einem Schlauchboot vor der Küste Libyens gerettet worden waren. Auf Rackete kommt eine Geldstrafe zu, im schlimmsten Fall Haft.

"Lifeline"-Kapitän Reisch spricht Rackete Mut zu

Die Demonstrationen riefen unter anderem "Free Carola" und "Kein Mensch ist illegal". Auf ihren Plakaten stand unter anderem "Notstand der Menschlichkeit" und "Mehr Racketen im Mittelmeer stationieren".

Zu den Rednern auf der Bühne gehörte auch Claus-Peter Reisch, Kapitän des Rettungsschiffs "Lifeline". "Halte durch, du schaffst es und wir stehen alle hinter dir", sagte er an Rackete gerichtet.

Reisch wurde im Juni 2018 selbst festgenommen, nachdem er die "Lifeline" an einen Hafen in Malta brachte. Im Mai dieses Jahres wurde er dafür zu einer Strafe von 10.000 Euro verurteilt.

Spendenaktion für Rackete

Am Samstag hatten bereits die TV-Moderatoren Jan Böhmermann und Klaas Heufer-Umlauf eine Spendenaktion für Rackete gestartet. Bis etwa 21 Uhr kamen 630.000 Euro zusammen.

Das juristische Vorgehen Italiens gegen die Sea-Watch-Kapitänin löste auch in der deutschen Politik Empörung aus. Politiker der Linken und der Grünen solidarisierten sich mit Rackete.

Kritik kam auch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Es könne ja sein, dass es italienische Rechtsvorschriften gebe, wann ein Schiff einen Hafen anlaufen dürfe, sagte Steinmeier dem ZDF. "Nur: Italien ist nicht irgendein Staat. Italien ist inmitten der Europäischen Union, ist Gründungstaat der Europäischen Union. Und deshalb dürfen wir von einem Land wie Italien erwarten, dass man mit einem solchen Fall anders umgeht."

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Die Irrfahrt des Rettungsschiffs "Sea Watch 3" ist beendet. Die italienischen Behörden ließen die etwa 40 Migranten auf der Insel Lampedusa an Land gehen. Die deutsche Kapitänin wurde festgenommen.