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Hunderte demonstrieren gegen Tierquälerei im Allgäu | BR24

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Geschlagen, getreten, gequält: Auf dem Hof eines Großbauern in Bad Grönenbach im Allgäu sollen Tiere schwer misshandelt worden sein. Heute haben mehrere hundert Menschen gegen die Zustände demonstriert und die Schließung des Betriebs gefordert.

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Hunderte demonstrieren gegen Tierquälerei im Allgäu

Geschlagen, getreten, gequält: Auf dem Hof eines Großbauern in Bad Grönenbach im Allgäu sollen Tiere schwer misshandelt worden sein. Heute haben mehrere hundert Menschen gegen die Zustände demonstriert und die Schließung des Betriebs gefordert.

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Nach den Berichten über mutmaßliche Tierquälerei in einem Milchviehbetrieb in Bad Grönenbach im Unterallgäu haben heute 800 Menschen dort demonstriert. Sie forderten die sofortige Schließung des Großbetriebs.

Die Demonstranten hatten sich mittags zunächst auf dem Marktplatz in Bad Grönenbach versammelt, um mit Plakaten und Spruchtafeln ihren Unmut über die Zustände bei dem Großbauern zum Ausdruck zu bringen. Mit Sprüchen wie "Keine Subventionen für Massentierhaltung" forderten sie zudem ein Umdenken in der Politik.

Demonstration vor dem Hof

Zur Demonstration aufgerufen hatte die Kleinpartei V-Partei³, 2016 gegründet mit dem Leitsatz "Wir lieben das Leben". Vertreter der Grünen, der ÖDP und der Umweltschutzorganisation Greenpeace nahmen ebenfalls an der Kundgebung teil.

Gemeinsam mit etwa 100 Zuschauern wurde nach einem zwei Kilometer langen Fußmarsch schließlich vor dem Milchviehbetrieb demonstriert. Vor dem Hof, dessen Tore mit Gitterzäunen abgeriegelt waren, prangerte eine Tierärztin in einem Redebeitrag die angeblichen tierquälerischen Praktiken in dem Betrieb an.

Verein Soko Tierschutz lehnte Teilnahme ab

Aufgedeckt wurden die Missstände in dem Großbetrieb von der Tierrechtsorganisation "Soko Tierschutz" aus Planegg. Über mehrere Wochen hatte der Verein in den Ställen des Hofs mit 1.800 Kühen gedreht und die Aufnahmen dem ARD- Politikmagazin "Report Mainz", dem ARD-Magazin "Fakt" und der "Süddeutschen Zeitung" zur Verfügung gestellt. Sie zeigen, wie Kühe getreten und geschlagen oder mit einem Traktor durch einen Stall geschleift werden. Die Staatsanwaltschaft Memmingen ermittelt inzwischen.

Die Soko Tierschutz nahm an der Kundgebung allerdings nicht teil. Ihrer Meinung nach geht es der V-Partei³ nicht so sehr um die Versäumnisse des Stallbetreibers, sondern vielmehr um Werbung in eigener Sache. Seit den Hassbotschaften und einer Drohung gegen den Landwirt habe sich das öffentliche Meinungsbild verändert, sagen die Tierschützer. Wäre es heute zu Ausschreitungen gekommen, hätte dies nach ihrer Meinung weitere Sympathien in der Bevölkerung für den Großbauern hervorgerufen.

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Im Unterallgäu sind 800 Menschen gegen Massentierhaltung auf die Straße gegangen. Sie zogen zu dem Milchviebetrieb, der nach Videoaufnahmen von Tierschützern in die Kritik geraten ist. Die Demo blieb friedlich.

Demonstration verlief friedlich

Auch Anwohner aus Bad Grönenbach hatten sich an der Kundgebung beteiligt. Über Facebook appellierten sie an die Teilnehmer, Ruhe zu bewahren und mit "angemessener Vernunft dieser Situation" zu begegnen. Gleichzeitig sollten die Demonstranten Bilder und Videos der Aktion auf Facebook und Instagram posten.

Einsatzkräfte des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West haben die Demonstration zwei Stunden lang begleitet. Nach Angaben eines Polizeisprechers verlief die Kundgebung ruhig, es sei zu keinen größeren Zwischenfällen gekommen.

Polizei führt weiter Befragungen durch

Nach Polizeiangaben steht der Großbetrieb weiterhin unter Beobachtung. Das Personal des verdächtigen Milchhofes und Zeugen werden in den nächsten Wochen zu den Vorfällen befragt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Memmingen am Freitag. Auch der Betriebsleiter soll vernommen werden.

Der Forderung den Betrieb zu schließen, erteilte das zuständige Landratsamt Unterallgäu bereits eine Absage. Dies sei zum jetzigen Zeitpunkt keine Option. Es greife massiv in die Rechte und das Eigentum des Tierhalters ein, hieß es seitens der Pressestelle. Vor einem solchen Schritt müsse behördlich geprüft werden, ob das Tierwohl durch andere, weniger drastische Mittel sichergestellt werden könne.

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Vertreter verschiedener Parteien nahmen an der Demo teil

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Haselnuss-Sträucher werden nach der Demo überreicht

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Mit Spruchbändern und Plakaten setzen sich Tierschützer zur Wehr

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V-Partei³, ÖDP und Grünen nehmen an der Demonstration teil

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800 Tierschützer und 100 Zuschauer nahmen an der Demo teil

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Friedliche Demonstration in Bad Grönenbach gegen die Missstände auf einem Großbauernhof