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Hunderte bei Impfaktion gegen Meningokokken | BR24

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Hirnhautentzündungen und Blutvergiftungen können durch Meningokokken ausgelöst werden. Erkrankungen sind selten, haben aber teils dramatische Folgen. Nach einer ungewöhnlichen Häufung im Landkreis Ebersberg raten Behörden dringend zur Impfung.

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Hunderte bei Impfaktion gegen Meningokokken

Meningokokken können Hirnhautentzündungen und Blutvergiftungen auslösen – mit dramatischen Folgen bis zur Amputation von Gliedmaßen. Im Kreis Ebersberg gab es eine Häufung schwerer Erkrankungen, nun lassen sich in der Region Hunderte Menschen impfen.

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Über 700 Menschen haben sich in den letzten beiden Wochen im Gesundheitsamt in Ebersberg gegen Meningokokken impfen lassen. Etwa 150 sollten bis Montagabend dazukommen, auch für eine Impfaktion am Dienstag hat das Gesundheitsamt bereits 150 Anmeldungen registriert. Das teilte die Behörde auf eine Anfrage des BR mit.

Umfassende Impfempfehlung für den Süden des Landkreises Ebersberg

Nach einer ungewöhnlichen Häufung von Erkrankungen durch Meningokokken vom Typ C empfiehlt das Gesundheitsamt des Landkreises Ebersberg weiterhin allen, die im südlichen Teil des Landkreises wohnen oder arbeiten oder häufig Kontakt mit Menschen aus dem südlichen Landkreis haben, eine Impfung. Für 15- bis 24-Jährige läuft bis Dienstag eine Impfaktion. Interessierte können sich telefonisch unter der Sonderrufnummer 08092/823391 im Gesundheitsamt anmelden. Die Kosten für die Impfung übernimmt das bayerische Gesundheitsministerium.

Viele Anfragen zur Meningokokken-Impfung

Nach Angaben des Gesundheitsamtes gibt es auch zahlreiche Anfragen zur Impfung von Kindern und Erwachsenen, die nicht in die Altersspanne der Impfaktion fallen. Diese verweist das Gesundheitsamt an die jeweiligen Hausärzte und Kinderärzte. Wegen der hohen Zahl der Anfragen geht der Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Hermann Büchner, davon aus, dass die Impfquote im Landkreis zuletzt deutlich gestiegen ist. Regelmäßig überprüft wird die Impfquote bei der Einschulung und bei Schülern der sechsten Klassen. Im Landkreis Ebersberg lag sie im Jahr 2018 bei knapp 70 Prozent.

Landesamt empfiehlt bayernweit: Impfschutz bei Kindern überprüfen

Von März bis August hatte es im Landkreis Ebersberg fünf teils sehr schwer verlaufene Erkrankungsfälle durch Meningokokken vom Typ C gegeben. Während in der Regel vor allem Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene durch die Erreger erkranken, traf es im Landkreis Ebersberg auch einen 56 Jahre alten Erwachsenen, der Kontakt zu einer der Erkrankten hatte. Das Landesamt für Gesundheit ruft im Zusammenhang mit diesen Fällen und einer Erkrankung im Landkreis München Eltern in ganz Bayern dazu auf, den Impfschutz ihrer Kinder zu überprüfen.

Meningokokken-Fall im Landkreis München - Umfeld intensiv beraten

Ende September wurde außerdem eine Erkrankung durch Meningokokken-C im Landkreis München gemeldet. Wie das Gesundheitsamt des Landkreises dem BR mitteilte, gab es in der Folge bislang keine weiteren Fälle. Intensiver als üblich wurden vom Kontaktpersonen der Erkrankten kontaktiert und zu einer Impfung oder der Einnahme eines Antibiotikums beraten. Als gefährdet gelten bei Erkrankungen durch Meningokokken-C etwa Menschen im gleichen Haushalt oder medizinisches Personal bei bestimmten Tätigkeiten im Krankenhaus.

Symptome eines grippalen Infekts, Kopfschmerzen und steifer Nacken - bei Verdacht ins Krankenhaus

Im Landkreis München wurden in den letzten Jahren nach Angaben des Gesundheitsamts jeweils ein bis drei Fälle von Meningokokken-C gemeldet. Nach den nun ergriffenen Maßnahmen hofft Amtsleiter Dr. Gerhard Schmid, keine weiteren Erkrankungen verzeichnen zu müssen. Schmid erklärte, die Symptome einer Meningokokken-C-Erkrankung verliefen oft unspezifisch und ähnelten denen eines grippalen Infekts: etwa Halsweh und Abgeschlagenheit. Der Leiter des Gesundheitsamtes im Landkreis München rät dazu, sobald weitere Symptome wie Kopfschmerzen und ein steifer Nacken dazukämen möglichst schnell ein Krankenhaus aufzusuchen.

💡 Symptome einer Meningokokken-Erkrankung

Zu den ersten Anzeichen einer Erkrankung zählen grippeähnliche Symptome:

  • hohes Fieber
  • Schüttelfrost
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Benommenheit bis hin zu Bewusstseinsstörungen
  • plötzlich schweres Krankheitsgefühl
  • Lichtempfindlichkeit
  • Gelenk- und Muskelschmerzen
  • Erbrechen und Nackensteifigkeit (bei Hirnhautentzündung)
  • großflächige Hauteinblutungen (bei Sepsis)
  • Beinschmerz
  • kalte Hände und Füße
  • sehr blasse Haut

Eine wichtiges Warnsignal sind rot-violette Hautflecken. Diese Hautblutungen verschwinden nicht, wenn man mit einem Trinkglas dagegen drückt. Sie sind Zeichen einer Blutvergiftung. Diese Symptome müssen nicht alle gleichzeitig auftreten, sie können sich auch innerhalb weniger Stunden oder Tage entwickeln oder gar nicht.

© BR

Eine lebensbedrohliche Variante von Meningokokken-Erregern tritt heuer verstärkt im oberbayerischen Landkreis Erding auf. Die Behörden raten dazu, den Impfschutz zu überprüfen.