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Als Andenken an die beiden Hündinnen haben Freunde des Halters Kerzen und Blumen aufgestellt.
© Fred Kerscher
© Fred Kerscher

Als Andenken an die beiden Hündinnen haben Freunde des Halters Kerzen und Blumen aufgestellt.

Fred Kerschers Hündinnen wurden mit präparierten Ködern getötet. In Wurstscheiben hatte ein unbekannter Täter Rasierklingen versteckt und sie über den Zaun in den Garten des Hundetrainers geworfen. Auch eine Not-Operation kam zu spät, die Hündinnen starben: Bei Wendy (11 Jahre) wurden 14 Rasierklingen im Magen gefunden, bei Chuona (4 Jahre) drei.

Wegen Schnee: Rasierklingen nicht gesehen

"Gemerkt haben wir es, als es zu spät war", sagt Kerscher dem BR. Er vermutet, dass die Hündinnen die Köder am Mittwochabend fraßen. Es schneite an diesem Tag, die Köder wären schwer zu sehen gewesen. Chuona hat sich kurz darauf übergeben, lief danach aber wieder normal herum. "Da denkst du dir erst einmal nicht viel dabei. Hunde übergeben sich eben", sagt Kerscher. Als am Donnerstag jedoch auch Wendy Fieber bekam und ständig hächelte, vermutete Kerscher, dass etwas nicht stimmte. Zunächst fuhr er mit seinen Hündinnen am Freitagmorgen zum Tierarzt, der gab ihnen eine Spritze. Eigentlich wollte er die Hündinnen röntgen, doch das Röntgengerät war kaputt, wie Kerscher erzählt. Kerscher solle sie also weiterhin beobachten.

Daheim habe Chuona dann eine Rasierklinge erbrochen. Kerscher packte seine Hunde ins Auto und fuhr sofort in die Tierklinik nach Regensburg. Doch auch die Not-Operationen kamen zu spät. Später, am Samstag, habe Kerscher weitere 20 bis 30 Rasierklingen in seinem Garten gefunden. "Der Schnee war weg, es hat geregnet. Da hat man sie gesehen."

Bei Wendy konnten 14 Rasierklingen im Magen gefunden werden, bei Chuona drei. Insgesamt waren 20-30 Rasierklingen im Garten verstreut.

Bei Wendy konnten 14 Rasierklingen im Magen gefunden werden, bei Chuona drei. Insgesamt waren 20-30 Rasierklingen im Garten verstreut.

Ähnlicher Vorfall vor drei Jahren

Der Hundetrainer erinnert sich an eine ähnliche Aktion vor drei Jahren. Er organisierte von seiner Hundeschule "dogtalk" aus eine Fackelwanderung. Beim Zurückkommen habe ein Bekannter mit einer Taschenlampe vor den Autos einen Kilogramm Wurst mit Glasscherben entdeckt - rechtzeitig. Damals wurden keine Hunde verletzt.

Dass die präparierten Köder jetzt in seinem privaten Garten verstreut wurden, das sieht Kerscher "als persönlichen Angriff gegen mich". Er kann es sich nicht erklären, er habe keinen Streit oder Ärger wegen seiner Hunde oder Hundeschule in der Nachbarschaft oder in der Gemeinde. "Es muss entweder ein Hundehasser oder ein Neider sein, der mir den Erfolg nicht gönnt", meint Kerscher.

10.000 Euro Belohnung für Hinweise

Für Hinweise zum Täter hat Kerscher jetzt privat 10.000 Euro Belohnung ausgesetzt. Auf seiner Facebook-Seite wollen Freunde zusätzlich etwas spenden, um den Täter zu finden. "Die Summe beträgt jetzt glaube ich insgesamt schon 14.000 Euro", sagt Kerscher. Seine Freunde waren es auch, die am Samstag vor seinem Garten Kerzen für das Gedenken an die Hündinnen aufgestellt haben. "Weihnachten ist jetzt für mich gelaufen", sagt Kerscher.