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Humus-Projekt in Bayreuth: Regenwürmer für den Klimaschutz | BR24

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Klimaschutz hautnah: Kinder lernen im Humus-Projekt, wie wichtig Regenwürmer für einen guten Boden sind.

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Humus-Projekt in Bayreuth: Regenwürmer für den Klimaschutz

Dass Regenwürmer gut für den Boden sind, haben wir schon als Kinder gelernt. Aber die Würmer können noch mehr. Sie leisten einen Beitrag zum Klimaschutz, indem sie Humus erzeugen. Beim Humus-Projekt in Bayreuth lernen Kinder, wie das funktioniert.

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Regenwürmer sind wichtige Helfer im Garten und in der Landwirtschaft. In einem Quadratmeter gutem Boden kann man bis zu 400 dieser nützlichen Tierchen finden. Sie lockern den Boden auf und bilden Humus, indem sie Blätter, kleine Äste, Wurzeln oder mineralische Teilchen verdauen. Dieser Humus fungiert als Dünger, weil er alle Nährstoffe enthält, die Pflanzen brauchen.

Wurmkompostkiste für den Balkon

Wer sich einen Komposthaufen oder ein Hochbeet mit Wurmkiste im Garten anlegt oder eine Wurmkompostkiste auf den Balkon stellt, kann sich die Regenwürmer auch zu Hause zunutze machen. Die Regenwürmer zersetzen Salatblätter, Apfel-, Eierschalen und andere Küchenabfälle zu Humus. Den kann man für die eigenen Pflanzen benutzen und so gesunde Lebensmittel erzeugen.

Beim Humus-Projekt in Bayreuth lernen Kinder wie eine Wurmkompostkiste funktioniert. Projektbetreuerin Sevtap Okyay zeigt den Viertklässlern der Bayreuther Graserschule die hölzerne Kiste, die aus zwei Teilen besteht. In den oberen Teil geben die Naturschützer regelmäßig Küchenabfälle. Die Regenwürmer zersetzen diese und der Humus sammelt sich in einer zweiten Kiste darunter.

"Was nicht hinein darf, sind zum Beispiel Zitronenschalen, Lauch, Fleisch, gekochte und gewürzte Lebensmittel. Ansonsten kann man alles hineingeben, Salat, Gurkenschalen, Paprika – und je weicher diese Lebensmittel sind, desto leichter können die Würmer sie zersetzen." Sevtap Okyay, Humus-Projekt Bayreuth

Jedes Kind bekommt ein Marmeladenglas mit Luftlöchern, das mit Erde gefüllt ist. Aus der Kompostkiste fangen sie einzelne Regenwürmer und geben sie in die Gläser. Diese dürfen sie mit nach Hause nehmen und die Würmer in den nächsten Tagen mit Küchenabfällen füttern. So lernen sie im Kleinen, wie Humus entsteht und wie wichtig ein guter Boden ist.

Humus wichtig für das Klima

Pflanzen brauchen Kohlendioxid, Wasser und Licht, um zu wachsen. Je mehr Humus im Boden ist und je großflächiger er verteilt ist, desto besser ist es für das Klima und desto eher lässt sich die Erderwärmung bremsen. Denn der Boden speichert das CO2 aus der Atmosphäre.

"Das CO2, das Kohlenstoffdioxid, wird in den Blättern und im Holz der Bäume gespeichert. Irgendwann kommt der Herbst, die Blätter fallen auf den Boden oder der Baum fällt um. Dann werden sie von den Mikroorganismen, Bakterien, Pilzen, Asseln und Regenwürmern immer kleiner gemacht. Aus dem Kohlenstoff, der in dem Pflanzenkörper war, entsteht dann Humus. Die Natur macht das genau richtig, denn der Kohlenstoff bleibt lange im Boden – und ist nicht mehr in der Atmosphäre." Daniel Hornstein, Humus-Projekt Bayreuth
© BR-Studio Franken/Christiane Scherm

Die Viertklässler der Bayreuther Graserschule lernen verschiedene Bodenarten kennen.

An einer weiteren Station zeigt Daniel Hornstein den Viertklässlern verschiedene Bodenarten: Humus, Sand und gemischte Gartenerde. Die Kinder füllen die Bodenarten in Plastikeimer und lassen dann Wasser hindurch fließen. Dabei merken sie, dass die gemischte Erde das Wasser am besten speichert. Ein solcher Boden eignet sich gut für die Landwirtschaft und den Garten.

Humus-Projekt bietet kostenlose Workshops an

Das Humus-Projekt in Bayreuth gibt es seit etwa einem Jahr. In Schulen und in der Garten-Werkstatt am Bayreuther Stadtrand bringen die Verantwortlichen Kindern und Erwachsenen näher, wie wichtig ein fruchtbarer Boden für den Klimaschutz ist. Außerdem werden Workshops angeboten, zum Beispiel zum Bau von Wurmkompostkisten, dem Herstellen von Kompost oder Pflanzenkohle oder dem Bau einer Kompost-Toilette. Im Wurmcafé können sich Gärtner untereinander austauschen. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Umwelt und Naturschutz gefördert. Allerdings stehen die Fördergelder nur noch bis August zur Verfügung.

Info: Anmeldung zu den Workshops per E-Mail an humus@solawi-bayreuth.org oder per Telefon, 0176/21 64 28 66. Weitere Infos gibt es auf der Homepage des Projekts. Die Angebote sind kostenlos.

© BR-Studio Franken/Christiane Scherm

Die Angebote des Humus-Projekts sind kostenlos und richten sich vor allem an Schulklassen und Garten-Interessierte.