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Humus als CO2-Speicher – Pilotprojekt in Pfaffenhofen | BR24

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Auf Äckern rund um Pfaffenhofen wird geprüft, wie man am besten Humus aufbaut.

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    Humus als CO2-Speicher – Pilotprojekt in Pfaffenhofen

    Im Pfaffenhofener Land ist ein Modellprojekt gestartet. Es heißt "Boden.Klima" und hat zum Ziel, den Humusaufbau auf landwirtschaftlichen Flächen zu fördern. Denn der könnte nach Ansicht von Experten ganz entscheidend zum Umweltschutz beitragen.

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    Landwirt Martin Müller aus Haimpertshofen bei Pfaffenhofen ist Öko-Landwirt. Er verwendet keinen künstlichen Dünger und setzt auf Bio-Ackerbau sowie artgerechte Tierhaltung. Im heimischen Hühnerstall gackern Hennen. Auf seinen rund 80 Hektar Ackerfläche wachsen unter anderem Getreide, Kürbisse und Sonnenblumen.

    CO2 im Boden speichern dank Humus

    Jetzt will er auf seinen Äckern mehr Humus aufbauen – denn so kann er den Boden stärken und gleichzeitig schädliches CO2 aus der Atmosphäre in der Erde speichern. Hilfe bekommt er dabei von der Bioland Stiftung. "Boden.Klima" heißt das Projekt, dessen Ziel es ist, herauszufinden, wie sich am effektivsten Humus aufbauen lässt, um möglichst viel Kohlenstoffdioxid zu binden.

    Kein Patentrezept sondern Individuallösungen

    Dazu wurden zu Beginn des Projekts im August verschiedene Bodenproben genommen, um dessen Qualität zu beurteilen. In einigen Jahren wird an derselben Stelle erneut geprüft. Und dazwischen hilft die Stiftung den Bauern dabei, das Humuswachstum zu fördern.

    Ein Patentrezept gibt es dafür aber nicht, sagt Josef Braun, Vorstandsmitglied der Bioland Stiftung: "Grundsätzlich gibt es eine ganze Reihe verschiedener Maßnahmen, aber da kann man nicht irgendein Rezept vorgeben, das jeder Betrieb einhalten muss. Sondern man muss direkt die Betriebe anschauen." Deswegen gibt es für die 18 Landwirte aus Pfaffenhofen, die an dem Pilotprojekt teilnehmen, einen zentralen Ansprechpartner.

    Viele Möglichkeiten Boden zu verbessern

    Generell gibt es nicht nur eine Möglichkeit, Humus aufzubauen, sondern mehrere: Zum Beispiel kann der Landwirt Zwischenfrüchte wie Kresse, Klee oder Buchweizen ausstreuen. Oder er kann den dauerhaften Bewuchs seines Ackers fördern. Es hilft aber auch schon, wenn der Boden nicht mehr tief bearbeitet wird – denn auch das schwächt die Erde.

    Geschäftsmodell Humusaufbau

    Humusaufbau könnte auch zum Geschäftsmodell werden. Geplant ist, CO2-Zertifikate an Unternehmen zu verkaufen. Das hätte Vorteile für beide Seiten: Der Landwirt wird für seinen Umwelteinsatz honoriert, das Unternehmen kann seinen CO2-Ausstoß zumindest finanziell kompensieren.

    Für die Stadt Pfaffenhofen, die als Ökomodell-Region am Projekt "Boden.Klima" teilnimmt, sei das auch ein interessanter Aspekt, sagt Bürgermeister Thomas Herker (SPD). "Sobald das vor Ort möglich ist, und das ist auch unsere Absichtsbekundung, wollen wir natürlich nach Möglichkeit vor Ort kompensieren und dann wird mit Sicherheit auch die Stadt Zertifikate erwerben, wenn das System dann auch dauerhaft umsetzbar erscheint", so Herker.

    Stärkerer Boden, besserer Ertrag

    Doch für Landwirte wie Martin Müller aus Haimpertshofen steht diese Verdienstmöglichkeit im Hintergrund. Ihm geht es mehr darum, seinen Boden zu stärken, um auch unter widrigen Klimabedingungen weiterhin nachhaltig produzieren zu können. Der Ertrag, der daraus folgt, sei schon sein Gewinn, so Müller.

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