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Bildrechte: dpa/pa/Tobias Hase

Es soll nun doch schon in der ersten Woche des neuen Jahres Impfstoff-Nachschub kommen. Mehrere Bundesländer hatten zuvor gegen eine kurzfristig drohende Lieferlücke in der ersten Kalenderwoche 2021 protestiert.

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Huml zu Impfstoff-Nachschub: "Wir brauchen Verlässlichkeit!"

Bayerns Gesundheitsministerin Huml nimmt im BR-Interview Stellung zu den Lieferproblemen beim Corona-Impfstoff: Der Bund müsse bei Terminfragen verlässlicher werden, sagt sie. Und: Nach Beschwerden soll Bayern nun am 8. Januar neue Dosen erhalten.

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Von
  • Martin Voglmaier
  • Florian Haas

Bayern wird nächste Woche nun doch mit weiterem Corona-Impfstoff beliefert. Wie das Bundesgesundheitsministerium erklärt hat, wurde mit dem Hersteller Biontech eine Lieferung am 8. Januar vereinbart. Danach soll es ab dem 18. Januar immer montags Nachschub geben. Ob nun vor dem übernächsten Freitag Lücken entstehen und wie viele Menschen bis dahin geimpft werden können, ist derzeit noch nicht klar. Zuvor hatten Bayern, Berlin und Brandenburg beklagt, dass sie in den ersten Januartagen keine Impfstoff-Lieferung bekommen. Martin Voglmaier hat für die Rundschau im BR Fernsehen mit Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) über die Lieferprobleme und den Impfstart in Bayern gesprochen.

BR: Also da gibt es ein Kommunikations-Hin und -Her. Erst heißt es, in der ersten Januarwoche bekommt Bayern keine Impfstoffe. Jetzt heißt es, es gibt doch wieder Impfstoffe. Was ist denn nun?

Melanie Huml, bayerische Gesundheitsministerin: Es ist so, dass wir heute Vormittag vom Bundesgesundheitsministerium die Liste bekommen haben. Dort war ersichtlich, dass es in der ersten Januarwoche keinen Impfstoff für Bayern gibt. Daraufhin haben wir uns auch gleich gerührt, weil es natürlich wichtig ist für uns, dass wir Impfstoff regelmäßig bekommen, weil das auch die Zentren vor Ort, unsere Impfzentren, und die mobilen Teams ja wissen müssen - wann sie wieder raus können, wann sie Termine machen können mit den Seniorenheimen, um hier wirklich vor Ort weiter impfen zu können.

BR: Was wäre denn die mögliche Fehlerquelle, wenn in der ersten Januarwoche nichts kommt?

Huml: Wir haben jetzt am Nachmittag erfahren, dass am 8. Januar ein Impfstoff kommen soll. Das ist zwar einerseits erfreulich, dass wir dann eben hier weiter impfen können. Aber trotzdem ist es ebenso wichtig, verlässlich zu wissen vom Bund, wann der Impfstoff kommt, weil bei uns eben dann 99 Zentren mit ihren mobilen Teams dranhängen.

BR: Gleichwohl wird seit letztem Sonntag in Bayern geimpft. Wie viele Menschen haben denn schon das Glück gehabt?

Huml: Rund 17.000 Menschen konnten in Bayern bereits geimpft werden. Herzliches Dankeschön an alle vor Ort, die das ermöglicht haben! Und es ist auch vor allem in Senioren- und Pflegeheimen geimpft worden, und das halte ich für enorm wichtig.

BR: Jetzt gehe ich noch mal kurz zurück auf die erste Frage. Nächste Woche geht es in Bayern definitiv weiter mit dem Impfen?

Huml: Wir haben heute Vormittag gehört, das am 4. Januar keine Impfung kommen soll. Am Nachmittag ist uns jetzt mitgeteilt worden, das am 8. Januar Impfstoff nach Bayern kommen soll. Das ist natürlich für uns immer sehr schwierig, 'wenn dann, hin und her'. Für uns ist aber wichtig, dass Impfstoff kommt. Wir brauchen vom Bund eine Verlässlichkeit, um eben auch unsere Zentren und die mobilen Teams vor Ort informieren zu können.

BR: Fühlen Sie sich aus Berlin immer rechtzeitig informiert?

Huml: Ich würde mir wünschen, dass wir etwas zeitnäher diese Termine bekommen. Es ist eben auch so wichtig, dass wir entsprechend die Teams und die mobilen Einheiten informieren können. Die haben ja auch mit Einrichtungen, mit Pflegeeinrichtungen Termine vereinbart, wann dort eben die Menschen geimpft werden können. Und wenn das immer wieder geschoben werden muss, dann ist das einfach unerfreulich.

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Inwiefern hakt es nun beim Impfstoff-Nachschub in Bayern? Und wer ist verantwortlich für diese Verwirrung? Der Bund oder Bayern selbst. Eine Einschätzung von Achim Wendler, dem Leiter der BR-Redaktion Landespolitik.