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HUK Coburg gewinnt vor Gericht erneut gegen Check24 | BR24

© picture alliance/Stefan Kiefer

Der Coburger Versicherer HUK hat vor Gericht gegen Check24 gewonnen.

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    HUK Coburg gewinnt vor Gericht erneut gegen Check24

    Der Coburger Versicherer HUK hat vor Gericht einen weiteren Erfolg gegen einen großen Rivalen eingefahren. Demnach darf der Online-Makler Check24 nicht mehr behaupten, dass es keine günstigeren Angebote gebe als seine.

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    Das Kölner Landgericht hat dem Online-Makler Check24 eines seiner zentralen Werbeversprechen verboten: die "Nirgendwo Günstiger Garantie". Das sagte eine Sprecherin des Gerichts am Mittwoch (22.04.20) auf Anfrage. Damit hat sich der Versicherer HUK Coburg mit einer Klage gegen das Münchner Portal durchgesetzt. Die Verhandlung fand bereits am 19.04.20 statt, jetzt verkündete das Gericht das Urteil.

    HUK: Check24 nicht immer am günstigsten

    Die Versicherung wirft Check24 irreführende Werbung vor und argumentiert, es gebe sehr wohl günstigere Angebote als bei dem Online-Makler, zum Beispiel bei HUK Coburg. Allerdings lasse sich der Coburger Versicherer bei Check24 nicht listen, um die dort anfallenden Provisionen bei Vertragsabschluss nicht zahlen zu müssen. Über diesen Sachverhalt täusche der Werbe-Slogan des Online-Maklers hinweg.

    "Das Gericht hat sich sehr klar für Transparenz ausgesprochen und damit im Sinne der Verbraucher und eines fairen Wettbewerbs geurteilt." Jörg Rheinländer, Vorstandsmitglied HUK Coburg

    Konkurrenzkampf zwischen Check24 und HUK Coburg

    Der Kölner Rechtsstreit ist einer von mehreren Prozessen, die die beiden Unternehmen im Laufe der vergangenen Jahre gegeneinander geführt haben. Hintergrund der Auseinandersetzungen ist der Konkurrenzkampf in der Kfz-Versicherung. Alljährlich im Herbst sind Millionen Autofahrer auf Schnäppchenjagd und wechseln ihren Versicherer, viele davon über Check24. HUK Coburg ist mit über zwölf Millionen Verträgen Marktführer.

    Zweiter Sieg für HUK innerhalb eines Jahres

    Bereits im Mai vergangenen Jahres hatte sich HUK gegen Check24 vor dem Oberlandesgericht Köln durchgesetzt: Obwohl die beiden Kontrahenten nicht kooperieren, war der Coburger Versicherer bei Check24 nämlich mit Angeboten gelistet, die Kunden dort aber nicht abschließen konnten. Das Oberlandesgericht entschied daraufhin, dass es sich um unlautere Werbung handele. Verbraucher würden in die Irre geführt, wenn der Eindruck der Vollständigkeit vermittelt werde. Seitdem darf Check24 Marken und Logos der HUK-Gruppe nicht mehr verwenden.

    Auch andere "Deals" von Check24 sind verboten

    Auch sogenannte "Jubiläumsdeals" darf Check24 nicht mehr anbieten, so ein Urteil des Landgerichts München. Das Portal hatte im Jahr 2018 anlässlich seines zehnten Geburtstages mit der Rückzahlung von Beiträgen geworben. Allerdings gibt es laut Gericht ein Verbot von Rabatten, das Kunden vor unüberlegten Abschlüssen schützt.

    Urteile oft ohne Bedeutung

    In der Praxis haben die Entscheidungen der Gerichte oft aber ohnehin kaum Bedeutung. Die kritisierten Aktionen, wie die die zum Jubiläum, sind meist längst vorbei, wenn ein Urteil fällt. Auch im jüngsten Fall reagiert man bei Check24 darum gelassen. "Das Urteil wird keine praktischen Auswirkungen für uns haben", erklärte das Münchner Unternehmen. Die "Nirgendwo Günstiger Garantie" habe man nämlich längst angepasst.

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