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Hüttenwirtin: 24-Stunden-Job unter Corona-Bedingungen | BR24

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Corona hat die Gastronomie hart getroffen - dazu gehören auch die Hütten in den Alpen. Zahlreiche Hüttenwirte arbeiten seit Corona nah an der Grenze der Wirtschaftlichkeit. Wir haben die Hüttenwirtin auf der Priener Hütte besucht.

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Hüttenwirtin: 24-Stunden-Job unter Corona-Bedingungen

Corona hat die Gastronomie hart getroffen - dazu gehören auch die Hütten in den Alpen. Zahlreiche Hüttenwirte arbeiten seit der Corona-Krise nah an der Grenze der Wirtschaftlichkeit. Wir haben die Wirtin der Priener Hütte besucht.

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Corona hat weitreichende Auswirkungen auf alle Bereiche unserer Gesellschaft. Eine Branche, die hart getroffen wurde, ist die Gastronomie - dazu gehören genauso die bewirtschafteten Hütten in den Alpen. Obwohl der deutsche Alpenverein bereits eine vorsichtige positive Bilanz über alle Alpenvereinshütten gezogen hat, arbeiten die Hüttenwirte am Limit und sehr nah an der Grenze der Wirtschaftlichkeit. Theresa Krinninger, BR-Korrespondentin im Chiemgau, hat Monika Becht, die Hüttenwirtin auf der Priener Hütte besucht.

Harter Job auf der Hütte: Bergsteiger ohne Maske wegschicken

Mal kurz durchatmen - das haben die Hüttenwirtin Monika Becht und ihr Team momentan dringend nötig. "Wenn wir nicht so zusammenhalten würden als Team, dann würde das wahrscheinlich auch nicht gehen", sagt Becht. Denn durch Corona ist der anstrengende Job auf der Hütte belastender geworden. Immer wieder muss ihr Personal mit Gästen diskutieren, und Bergsteiger ohne Maske auch mal wegschicken. "Aber mei, dann musst du halt wirklich sagen, dann tut's uns halt leid, weil ich kann's halt auch nicht riskieren, dass sie mich zumachen, weil sich da einer nicht daran hält."

© BR/Theresa Krinninger

Ellenbogengruß auf der Priener Hütte

Hütte nur zu 40 Prozent ausgelastet

Seit zwölf Jahren ist Monika Becht Hüttenwirtin, seit sechs Jahren Chefin auf der Priener Hütte. Eigentlich können hier bis zu 100 Gäste übernachten. Jetzt dürfen wegen Corona nur noch maximal zehn Gäste in einem Bettenlager schlafen. Die Hütte ist deshalb nur zu 40 Prozent ausgelastet. Und ihr Team arbeitet unter erhöhtem Ansteckungsrisiko. "Belastend ist es, wenn jemand krank werden würde, das ist meine größte Angst - entweder einer von uns oder ein Gast. Das ist wirklich das, was mich am meisten persönlich belastet."

Arbeit auf der Hütte - 24 Stunden am Tag

Während sie darauf achtet, dass alle die Corona-Regeln einhalten, schiebt die Hüttenwirtin die längsten Schichten, sagt ihr Kollege Andreas Buttler: "Moni ist halt gefühlt 24 Stunden am Tag auf Achse. Sie ist die erste, die in der Früh aufsteht - die ist um fünf, halbsechs wach - macht schnell ein bisschen Büro, kümmert sich dann ums Frühstück, kümmert sich um alles rund ums Haus und ist mit die letzte, die abends ins Bett geht. Also es ist schon Wahnsinn."

© BR/Theresa Krinninger

Priener Hütte

Traumjob auf der Priener Hütte - doch Übernachtungsgäste fehlen

Trotz Tagesgeschäft rechnet Monika Becht mit einem Minus am Ende der Sommersaison. Denn die Übernachtungsgäste fehlen. Und das ist noch nicht alles: "Das mit dem Winter, das wird echt ein Problem werden", sagt sie. "Wenn sie alle drin sitzen. Ich sehe da nicht, dass die Gäste da kommen - weder zum Übernachten noch Tagesgäste. Also ewig geht das nicht und ich hoffe schwer, dass sich das nächsten Sommer wieder ändert."

Einen Wunsch hat Monika Becht bei dem ganzen Trubel schon: Mal die ganze Verantwortung abzugeben, gegen einen Hilfsjob auf einer Skihütte tauschen. Und doch bleibt die Priener Hütte ihr Traumjob: "Also ich mache es wirklich gerne", sagt sie. "Ich schicke gerne jeden mit einem Lächeln wieder ins Tal - und vermittle es auch, dass man der Natur auch zuhören kann und dass sie einem was gibt.

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