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Hühnerstall statt Orthopädie-Technik: Ein Traumjob dank Corona | BR24

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Da ein junger Mann aus Farchant zur Corona-Risikogruppe gehört, musste er seinen alten Job aufgeben: die Ansteckungsgefahr war zu groß. Also hat er kurzerhand umgesattelt.

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Hühnerstall statt Orthopädie-Technik: Ein Traumjob dank Corona

Als Corona kam, musste er seinen Job als Orthopädie-Techniker aufgeben. Der junge Mann aus Farchant, der zur Risikogruppe gehört, wagte einen Neustart und erfüllte sich mit einem mobilen Hühnerstall einen beruflichen Traum.

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"Geht nicht, gibt’s nicht“ lautet das Motto von Josef Krötz. Als Corona kam, hat er kurzerhand sein Leben umgekrempelt - von einem Tag auf den anderen. Bisher war er als Orthopädie-Techniker im Außendienst unterwegs. Doch Arbeiten mit Mund-Nasen-Schutz war unmöglich für den 28-Jährigen, er bekam zu wenig Luft und ohne Maske wäre die Gefahr der Ansteckung für ihn viel zu groß gewesen. Denn Seppi, wie ihn viele nennen, hat aufgrund einer Erbkrankheit starke gesundheitliche Einschränkungen, beispielsweise ein Lungenvolumen von nur 40 Prozent. Damit zählt er zur Corona-Risikogruppe – und so ist er vor einigen Monaten beruflich umgestiegen.

Mobiler Hühnerstall mit 300 Tieren

Jetzt fährt Seppi Krötz jeden Tag raus auf die Wiesen vor Farchant bei Garmisch-Partenkirchen. Seine Frau Theresa und die 15 Monate alte Tochter Josefa begleiten ihn meistens. Gackernd werden sie dann erwartet von einer beachtlichen Hühnerschar. 300 Hennen und zwei Hähne, die hier vor schönster Bergkulisse in einem modernen, mobilen Hühnerstall leben.

Corona eröffnet eine neue berufliche Perspektive

Seppi Krötz und seine Frau hatten den Traum dafür schon länger. Vor gut einem Jahr haben sie die Investition gewagt, "nichtsahnend, was uns da erwartet“, erzählt der 28-Jährige, der auf dem Bauernhof groß geworden ist. Ohne die Corona-Pandemie, meint er, hätte er vielleicht den nächsten Schritt nie gewagt: den Job als Orthopädie-Techniker an den Nagel zu hängen und die Hühnerhaltung zum Hauptberuf zu machen.

Die neue Arbeit ist gut für die Gesundheit

Schnell hat sich gezeigt, dass ihm die Arbeit an der frischen Luft gesundheitlich gut tut. Krötz sorgt täglich für Futternachschub, das den Tieren dann per Förderband in den Stall geliefert wird. Er mistet aus, versetzt den Hühnerstall und die Zäune rund um den Auslauf ab und zu auf frisches Grünland. Und dann muss er natürlich täglich die frischen Eier abholen.

Verkaufsstation läuft sehr gut

Die anfängliche Sorge, die Familie könnte auf all den Eiern sitzen bleiben, war nach kürzester Zeit vom Tisch. Täglich füllen die Boaneggers, wie sie mit Hausnamen heißen, ihre Verkaufsstation an der Farchanter Dorfstraße mit insgesamt bis zu 650 Eiern. Denn auch Seppis Eltern haben sich einen mobilen Hühnerstall angeschafft. Der Automat vor ihrem Hof ist dennoch regelmäßig in kürzester Zeit leer gekauft. "Die Leute freuen sich, dass die Eier schmecken, dass sie die Hennen sehen, wenn sie draußen rumlaufen! Und wenn sich die Leute freuen, freut mich das auch!“, so Seppi Krötz.

Pläne für einen zusätzlichen Hühnerstall

Trotz gesundheitlicher Rückschläge plant Seppi Krötz bereits einen noch größeren Hühnerstall, für weitere 400 Tiere. Damit in Zukunft mehr Kunden frische Freilandeier bekommen, von glücklichen Farchanter Hennen aus dem Hühnermobil.

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