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Im Kabinett wird Bayerns Wirtschaftsminister Aiwanger (FW) an diesem Freitag auf eine Öffnung der Innengastronomie drängen. Die Sorge, dass dann die Inzidenzen wieder steigen könnten, lässt er nicht gelten:

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Sinkende Corona-Zahlen: Aiwanger will Innengastronomie öffnen

Wegen der sinkenden Infektionszahlen in Bayern fordert Wirtschaftsminister Aiwanger eine Öffnung der Innengastronomie. Man solle "den Sommer nutzen". Aiwanger will zudem die Öffnung von Bars und Clubs - das will auch die Dehoga.

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Von
  • Kilian Neuwert

Ein Helles unter Kastanienbäumen im Biergarten trinken – das reicht Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) nicht. Er fordert, dass Restaurants Gäste auch möglichst bald wieder in Innenräumen bewirten dürfen. Das sagte Aiwanger am Rande eines Biergartenbesuchs im Landkreis Regensburg.

Biergärten sind zu wenig

Es reiche nicht, nur die Biergärten zu öffnen, so Aiwanger. Die flächendeckend sinkenden Zahlen der Corona-Neuinfektionen ließen es zu, auch die Innengastronomie zu öffnen. Auch in anderen Bereichen – etwa in der Kulturbranche – seien Lockerungen angebracht: "Das ist der Zeitpunkt, an dem man sich die Öffnungen zutrauen muss. Sonst ist der Sommer rum", sagte der Wirtschaftsminister.

Damit ist Aiwanger auf einer Linie mit Angela Inselkammer, der Präsidentin des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga, die schon vor Tagen eine sofortige Öffnung der Innengastronomie gefordert hatte. Denn durch das bis dahin schlechte Wetter sei der Betrieb in Biergärten und Außengastronomie nur schleppend in Gang gekommen.

PCR-Tests nur noch 24 Stunden gültig

Und nun wurde auch noch ein weiteres Problem bekannt: Wer sich vor dem Biergarten- oder Restaurant-Besuch vorab auf der jeweiligen Homepage informieren will, sollte darauf achten, ob dort noch die aktuell gültigen Informationen stehen. Denn oft ist noch die Rede davon, PCR-Tests seien für 48 Stunden gültig - seit Mitte Mai sind es aber nur noch 24. Ohnehin entfällt aber vielerorts derzeit die Testpflicht, weil die Inzidenz stabil unter 50 liegt.

"Zeitfenster des Sommers nutzen"

Sollten die Corona-Zahlen im Herbst trotz der Impfungen steigen, könne man neu überlegen, sagte Aiwanger: "Man weiß nie, was in Zukunft kommen wird, aber man kann sich nicht vor lauter Angst vor dem Sterben erschießen. Deshalb sage ich ganz klar, wir müssen dieses Zeitfenster des Sommers nutzen: zum Öffnen, zum Partyfeiern, für Hochzeiten und Geburtstage, zum Geldverdienen für die Wirtschaft. All diese Dinge müssen jetzt möglich werden."

Ähnlich hatten sich Gastronomen bereits nach den Menschenansammlungen vom Wochenende geäußert, bei dem es zum Teil zu Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen war. So hatten etwa in Weiden, Regensburg und München eine große Zahl Feiernder im Freien über die Stränge geschlagen.

Dehoga: "Öffnung von Bars und Clubs sorgt für Sicherheit"

Clubs und Bars müssten endlich wieder öffnen, hatte etwa Dehoga-Landesgeschäftsführer Thomas Geppert gefordert. Mit Tests und Impfungen sei dies möglich. Nicht zuletzt würden offene Bars und Clubs die "wilden Partys" und Ausschreitungen von feierfreudigen Menschen an öffentlichen Plätzen verhindern. Geppert plädierte für Bars und Clubs als "sichere Bereiche" zum Feiern - hier sei Nachverfolgbarkeit besser möglich, die Öffnung dieser "sicheren Bereiche" biete sofort mehr Sicherheit.

IHK: "Stärker von Situation in Krankenhäusern leiten lassen"

Unterstützung bekommt Aiwanger auch von der Industrie- und Handelskammer (IHK) – deren Haupt-Geschäftsführer Manfred Gößl erwartet von der Staatsregierung, dass sie sich bei ihren Entscheidungen stärker von der Situation in den Krankenhäusern leiten lasse anstatt von der "ungenauen und schwankenden 7-Tage-Inzidenz." Der alleinige Blick darauf zerschlage jede Planungssicherheit, beklagt Gößl.

Seiner Auffassung nach hätte es katastrophale Auswirkungen auf den Ruf Bayerns als Gastgeberland, wenn Gäste nach ihrer Anreise wieder heimgeschickt werden müssten, nur weil Meldeverzögerungen die Inzidenz über einen bestimmten Grenzwert steigen lassen, der von der Politik festgelegt worden sei.

Am Freitag berät Kabinett über nächste Schritte

Der FW-Politiker Aiwanger hofft, dass der Koalitionspartner CSU seinen Weg der Öffnungen mitgeht, wenn am Freitag in München das Kabinett zusammenkommt, um über das weitere Vorgehen in der Coronakrise zu beraten. Aiwanger weist darauf hin, dass es aus seiner Sicht "kein Verständnis der Bürger" mehr für beschränkende Maßnahmen gebe, und angesichts der stabil niedrigen Inzidenzzahlen gebe es auch "keine Notwendigkeit, diese Maßnahmen durchzuexerzieren."

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