BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR
Bildrechte: picture alliance/dpa | Matthias Balk

Der Bundes- und Landesvorsitzende, Hubert Aiwanger, führt die Freien Wähler als bayerischer Spitzenkandidat in die Bundestagswahl im Herbst. Auf einer Landesversammlung in Unterhaching bei München wurde er auf Platz eins der Landesliste gewählt.

27
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Aiwanger will Freie Wähler in den Bundestag führen

Bayern ist ihnen nicht genug: Die Freien Wähler streben im Herbst auch in den Bundestag, mit Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger an der Spitze. Noch reicht es Umfragen zufolge nicht - doch das soll sich ändern.

27
Per Mail sharen
Von
  • Regina Kirschner

Hubert Aiwanger will die Freien Wähler (FW) nicht nur in den Bundestag führen, sondern auch gleich in die Regierung. Bei der Landesversammlung für die Listenaufstellung betont der bayerische Wirtschaftsminister: Ziel müsse es sein, gesunden Menschenverstand nach Berlin zu bringen und eine Grüne Bundeskanzlerin zu verhindern.

"Auf nach Berlin", ruft Freie Wähler-Chef Aiwanger den rund 280 Mitgliedern zu, die für die Aufstellung der Kandidaten zur Bundestagwahl in den Sportpark nach Unterhaching gekommen sind.

Die Freien Wähler stünden für eine pragmatische Politik der Mitte, für eine Politik mit gesundem Menschenverstand, betont Aiwanger in seiner Grundsatzrede.

Aiwangers Ziel: eine grüne Bundesregierung verhindern

"Wir stehen dazu, dass wir Politik von unten wollen und mit den Menschen vor Ort reden", so der Landesvorsitzende. Besonders scharf kritisiert Aiwanger die Grünen. "Wir wollen verhindern, dass Frau Baerbock Bundeskanzlerin wird", gibt er als klares Ziel aus. Stattdessen müsse eine Koalition der Mitte geschmiedet werden, in der die Kommunen einen hohen Stellenwert bekommen.

Thematisch spricht sich Aiwanger unter anderem für die Abschaffung der Erbschaftssteuer aus, für mehr Unterstützung von Landwirten und für die Sicherung von privatem Eigentum. Außerdem plädiert Aiwanger dafür, Deutschland wirtschaftlich unabhängiger zu machen. Es dürfe nicht sein, dass Deutschland zum Beispiel bei Antibiotika oder anderen Medizinprodukten weiterhin von China abhängig sei, so der Landesvorsitzende.

Hubert Aiwanger ist Spitzenkandidat der Freien Wähler

Im Anschluss an die Rede stellen die bayerischen Freien Wähler die Kandidatenliste für die Bundestagswahl im Herbst auf. 54 Listenplätze sind zu besetzen. Zum Spitzenkandidaten wird Aiwanger selbst gewählt – mit 265 Ja-Stimmen von 274 gültigen Stimmen - bei acht Nein-Stimmen und einer Enthaltung, das entspricht 96 Prozent Zustimmung.

Auf Platz 2 folgt Kommunalpolitikerin Annette Hauser-Felberbaum aus Kempten, auf Platz 3 Christian Schindler aus der Oberpfalz, Platz 4 der stellvertretende Generalsekretär Felix Locke aus Mittelfranken und Platz 5 Karl Ecker aus Oberbayern.

Streibl lobt Aiwangers "saugute Politik"

"Er macht eine saugute Politik", lobt der Fraktionsvorsitzende im Landtag und Bezirksvorsitzende für Oberbayern, Florian Streibl. Die Freien Wähler hätten im Herbst die historische Chance in den Bundestag einzuziehen. "Vielleicht sitzt da schon unser neuer Bundesaußenminister", scherzt Streibl bei seinem Grußwort in Unterhaching mit Blick auf Spitzenkandidat Aiwanger.

Auch die Generalsekretärin Susann Enders motiviert für den Wahlkampf. "Der Einzug in den Bundestag war noch nie so erreichbar wie jetzt", sagt Enders in ihrer Begrüßungsrede. Was die Freien Wähler von den anderen Parteien unterscheide? Die Freien Wähler hätten keine Karrierepolitiker in ihren Reihen, sondern Menschen die mit beiden Beinen auf dem Boden stehen. Vom Juristen über den Handwerker bis hin zur Krankenschwester – die Freien Wähler bilden das ganze Bevölkerungsspektrum ab, betont Enders. Und es werde Zeit, dass dieses Spektrum auch im Bundestag sitzt.

Freie Wähler laut Umfragen bei 3 Prozent

Um die Fünfprozenthürde zu knacken und nach dem 26. September in den Bundestag einzuziehen, müssten die Freien Wähler allerdings bundesweit noch zulegen. Im aktuellen ARD-Deutschlandtrend von Anfang Mai 2021 kommen sie auf 3 Prozent. Die Hoffnung ist groß, es diesmal zu packen. Die Freien Wähler sehen Rückenwind für ihre Politik. Bei der Bundestagswahl 2017 kamen sie auf nur 1 Prozent.

© BR
Bildrechte: BR

Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger führt die Freien Wähler als Spitzenkandidat in die Bundestagswahl im Herbst. Er will mit seiner Partei "gesunden Menschenverstand" nach Berlin bringen, sagte er auf einer Landesversammlung in Unterhaching.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!