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Hotels, Biergärten und Co: Die neuesten Einschränkungen | BR24

© Peter Kneffel/dpa

Symbolbild: Biergarten am Chinesischen Turm im Englischen Garten

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Hotels, Biergärten und Co: Die neuesten Einschränkungen

Einen Tag nach der Feststellung des Katastrophenfalls hat Bayern weitere Einschränkungen für das öffentliche Leben beschlossen. Betroffen sind unter anderem Hotels, Busreisen, Biergärten, Frisöre sowie das Besuchsrecht in Kliniken. Ein Überblick.

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Die Liste der Notfallmaßnahmen in Bayern wegen des neuartigen Coronavirus wird länger und länger: Nach der Schließung von Schulen, Kindergärten und Freizeiteinrichtungen, dem Verbot sämtlicher Veranstaltungen und Einschnitten bei der Gastronomie hat die Staatsregierung heute zusätzliche Einschränkungen des öffentlichen Lebens beschlossen.

Der Freistaat setzt dabei zum Teil Schritte um, auf die sich die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten der Länder am Montag verständigt hatten. "Ich bitte um Verständnis, ab morgen wird das öffentliche Leben ziemlich runtergefahren werden", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach einer Kabinettssitzung in München. Hier ein Überblick über die zusätzlichen Beschlüsse:

Einschnitte beim Tourismus

Übernachtungen in Hotels, Pensionen oder Ferienwohnungen "zu touristischen Zwecken" im Freistaat werden laut Staatskanzlei untersagt. Auch "Reisebusreisen werden verboten", kündigte Söder an.

Der Ministerpräsident rief die Menschen im Freistaat zu einem Verzicht auf den Osterurlaub auf: "Ostern und die Osterferien werden in Bayern verbracht, am besten daheim", sagte Söder. "Es ist jetzt eine Zeit der Einschränkung."

Beschränkungen für Biergärten und Terrassen

Bereits am Montag hatte Söder angekündigt, das von Mittwoch an Speiselokale und Betriebskantinen nur noch von 6 bis 15 Uhr öffnen dürfen. Nun stellt die Staatsregierung klar, dass diese Regelung "ausdrücklich auch für Gaststätten und Gaststättenbereiche im Freien gelten". Somit dürfen laut Söder nach 15 Uhr auch keine Biergärten oder Terrassen von Restaurants oder Eisdielen geöffnet sein.

Besuchsrecht in Kliniken und Pflegeheimen

Für Krankenhäuser, Behinderteneinrichtungen, Pflege- und Seniorenheime gilt ohnehin schon eine massive Einschränkung des Besuchsrechts, um kranke, ältere und kranke Menschen vor einer Ansteckung zu schützen. Die Staatsregierung hat nun in Anlehnung an die Einigung von Bund und Ländern beschlossen, dass Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren sowie Menschen mit Atemwegsinfektionen Besuche in diesen Einrichtungen generell untersagt werden.

Keine Gottesdienste

Zur Beschränkung von sozialen Kontakten stellt Bayern klar, dass das allgemeine Verbot von Veranstaltungen ausdrücklich auch für "Zusammenkünfte in Kirchen, Moscheen und Synagogen" sowie in Räumlichkeiten anderer Glaubensgemeinschaften gilt. Somit sind sämtliche Gottesdienste untersagt.

Mindestabstand zwischen Kunden

Per Allgemeinverfügung legt Bayern fest, dass in Dienstleistungsbetrieben - zum Beispiel bei Frisören - zwischen Kunden ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden muss. Auch bei Einhaltung dieses Abstands dürfen sich maximal zehn Menschen in einem Wartebereich aufhalten.

Betretungsverbot für Hochschulen nach Rückkehr aus Risikogebiet

Wer sich in den vergangenen 14 Tagen in einer Region aufgehalten hat, die vom Robert Koch-Institut als Risikogebiet eingestuft wird, darf grundsätzlich keine Hochschule mehr betreten.

Abstand in Parks und Grünanlagen - Keine "Corona-Partys"

In öffentlichen Parks und Grünanlagen werden laut Staatskanzlei Schilder aufgestellt, die darauf hinweisen, dass Menschen einen Mindestabstand von 1,5 Metern zueinander einhalten sollten. Söder zeigte sich in diesem Zusammenhang verärgert, dass es Medienberichten zufolge "Corona-Partys" im Freien gab: "Das geht nicht, die Polizei wird so etwas entsprechend unterbinden."

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Das Virus zwingt uns zum Spagat: Dass wir anderen Menschen nah sind, können wir ihnen in Zeiten von Corona gerade dadurch zeigen, dass wir uns von ihnen fernhalten. Und wir sollten es unbedingt tun.

Schon früher beschlossene Einschnitte

Alle diese Schritte ergänzen die schon in den vergangenen Tagen beschlossenen Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Bayern. Seit Montag bis zum Ende der Osterferien am 19. April haben im Freistaat Schulen, Kindergärten und Krippen geschlossen.

Sämtliche Veranstaltungen wurden untersagt. Erlaubt sind nur noch private Feiern mit Familienangehörigen oder Kollegen in privaten Wohnräumen. Seit heute sind alle Freizeiteinrichtungen geschlossen: Badeanstalten, Kinos, Bars, Spielhallen, Theater, Museen, Stadtführungen, Sport- und Spielplätze, Fitnessstudios, Tanzschulen, Tierparks, Fort- und Weiterbildungsstätten, Volkshochschulen, Jugendhäuser und Musikschulen.

Ab Mittwoch müssen alle Geschäfte schließen, die nicht für die Grundversorgung notwendig sind. Geöffnet bleiben: Lebensmittelgeschäfte, Getränkemärkte, Banken, Drogerien, Apotheken, Sanitätshäuser, Optiker, Hörgeräteakustiker, Bau- und Gartenmärkte, Postfilialen, Tankstellen, Kfz-Werkstätten, Reinigungen sowie Läden für Tierbedarf. Die Öffnungszeiten für diese Geschäfte werden verlängert: werktags bis 22 Uhr, darüber hinaus können sie auch Sonntag von 12 bis 18 Uhr öffnen.

In Restaurants oder Kantinen dürfen sich während der eingeschränkten Öffnungszeiten (6 bis 15 Uhr) bis 30. März maximal 30 Menschen aufhalten, jeweils mit einem Abstand von 1,5 Metern.

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Nach der gemeinsamen Kabinettssitzung mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn verkündet Markus Söder neue Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus.

Infektiologe: Zusammenkommen von Menschen noch konsequenter reduzieren

In der Sendung BR-Extra im BR-Fernsehen hat Prof. Bernd Salzberger, Infektiologe an der Universitätsklinik Regensburg, "weitere Maßnahmen als die bisher verhängten" im Kampf gegen das Coronavirus gefordert. Italien und Frankreich hätten mit der Ausgangssperre das Richtige getan, so Salzberger, dort sei die Epidemie schon weiter fortgeschritten. Aber auch die Uniklinik Regensburg sei zusammen mit allen Internisten und Infektiologen Deutschlands an die Politik herangetreten. Salzberger sagte: "Wir denken, dass wir noch konsequenter das Zusammenkommen von Menschen reduzieren müssen, um mit dieser Epidemie fertig zu werden, sonst werden auch wir italienische Probleme bekommen."

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Im BR Extra zur Corona-Lage hat der Infektiologe der Uniklinik Regensburg, Bernd Salzberger, weitreichendere Versammlungeverbote für Deutschland gefordert als bereits verordnet.

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