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Altötting: "Hotel zur Post" soll unter den Hammer kommen | BR24

© BR/Laila Heyne

"Hotel zur Post" am Altöttinger Kapellplatz.

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Altötting: "Hotel zur Post" soll unter den Hammer kommen

Das traditionsreiche, denkmalgeschützte "Hotel zur Post" am Altöttinger Kapellplatz, das seit den siebziger Jahren im Besitz der Familie Tandler ist, soll versteigert werden.

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Es ist ein traditionsreiches Haus in Altötting am Kapellplatz, doch nun soll es versteigert werden: das "Hotel zur Post". Von der Zwangsversteigerung haben die Schwestern Gabriela Tandler-Langhammer und Andrea Tandler, die seit Mai 2015 Eigentümerinnen der "Post" sind, am Wochenende aus dem Anzeigenteil der lokalen Zeitung erfahren, wo der Versteigerungstermin erschienen ist.

Derzeit wird mit dem Gläubiger verhandelt

Der Grund für die Zwangsversteigerung sei ein einziger Gläubiger, der nun auf seiner Forderung bestünde, sagte Gabriela Tandler-Langhammer dem BR. Der Versteigerungsvermerk wurde schon im Juni 2017 ins Grundbuch eingetragen, dass es nun aber tatsächlich zur Versteigerung kommen soll, kommt für die Tandlers plötzlich. Man sei im Moment in Gesprächen mit dem Gläubiger, der nicht aus Bayern stammt, um die Versteigerung noch abzuwenden.

Tandler-Tochter will Zwangsversteigerung noch verhindern

"Wir gehen davon aus, dass wir noch vor dem Termin zu einer Lösung kommen", sagte Eigentümerin Tandler-Langhammer dem BR. Wenn diese Lösung nicht funktioniere, gäbe es noch einen Plan B.

Laut der Terminankündigung der Zwangsversteigerung vom Amtsgericht Mühldorf am Inn hat das Baudenkmal einen Verkehrswert von 3.040.000 Euro. Die "Post" soll laut Anzeige am 9. August um 9 Uhr am Amtsgericht Mühldorf am Inn versteigert werden. Zum Hotelanlagenkomplex mit einer Größe von 2.903 Quadratmetern gehören neben den Hotelzimmern und Tagungsräumen unter anderem auch ein Restaurant, ein Café, eine Bar und zwei Läden.

Tandler kaufte mit 39 Jahren das Hotel

Bekannt ist das Hotel vor allem auch durch Gerold Tandler, den Vater der jetzigen Eigentümerinnen. 1975 kaufte Tandler mit seiner Frau den Zucalli-Bau, der im 17. Jahrhundert errichtet worden war und richtete ihn damals grundlegend her. Tandler war damals eine CSU-Größe. Er war ab 1970 im Landtag, zweimal CSU-Generalsekretär und bekleidete bis in die Neunziger mehrere Ministerposten unter Strauß und Streibl.

CSU-nahes Hotel bis in die Gegenwart

Infolge der "Zwick-Affäre" gab er 1991 sein Landtagsmandat auf und wechselte als Vorstandsmitglied der Linde AG in die Wirtschaft. Heute ist er 82 und in Pension. Die Verbundenheit zur CSU besteht noch heute: Zuletzt trafen sich in der "Post" im Dezember 2018 circa 90 CSU-Mitglieder für eine Klausur, darunter auch der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder und Bundesinnenminister Horst Seehofer, der damals noch CSU-Parteivorsitzender war. Bei der nicht-öffentlichen Klausur wurden in dem Hotel unter anderem die Ergebnisse der Landtagswahl besprochen.