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Viele Gastronomen aus Franken hoffen, bald wieder den Betrieb aufnehmen zu dürfen. Die Bedingung ist ein Inzidenzwert unter 100 und das macht den Gastronomen auch Sorgen.

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Hotel- und Gaststättenverband fordert trotz Öffnungen Hilfen

Die nun beschlossenen, vorsichtigen Öffnungsmöglichkeiten für Hotels und Gastronomie sind für den mittelfränkischen Dehoga-Verband ein leiser Anfang. Doch die Branche bräuchte weiterhin Hilfe, so der Geschäftsführer Gerhard Engelmann.

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Von
  • Karin Goeckel

Die vorsichtige Öffnung von Außengastronomie und Hotels in Bayern ist aus Sicht des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga überfällig. "Viel länger hätten es unsere Betriebe nicht ausgehalten", sagte der Dehoga-Geschäftsführer Mittelfranken, Gerhard Engelmann dem Bayerischen Rundfunk.

Leiser Anfang, aber keine Rettung

Allerdings sei auch mit der Öffnung der Außengastronomie nicht sicher, dass alle Betriebe überlebten. Engelmann rechnet damit, dass die Menschen sich mit einem Besuch in Cafés und Gaststätten zunächst zurückhalten. Auch die Testpflicht vor dem Biergartenbesuch ist aus seiner Sicht ein Hemmnis, vor allem, weil es noch zu wenig Testmöglichkeiten auf dem flachen Land gebe. "Von Rettung kann noch keine Rede sein. Es ist ein leiser Anfang", so der Dehoga-Geschäftsführer.

Hier geht es zum Artikel: Erleichterungen für Geimpfte in Bayern

Engelmann: "Branche hat Sonderopfer geleistet"

Er erwarte von der Politik deshalb weiterhin Unterstützung für die Branche. Hotels und Gaststätten seien seit fast einem Jahr bis auf eine kurze Öffnung im Sommer geschlossen. "Die Branche hat damit ein Sonderopfer geleistet im Verhältnis zur Industrie und ist natürlich auf Entschädigungen angewiesen, und zwar für die Vergangenheit, für die Jetzt-Zeit und auch für die Zukunft". Aus seiner Sicht sollten Gastronomie und Hotellerie so bald wie möglich zu den Öffnungsmöglichkeiten zurückkehren dürfen, die nach dem ersten Lockdown galten. Damals mussten Gäste beim Besuch im Biergarten zum Beispiel ihre Adresse angeben und wurden mit Abstand vom Personal an den Tischen platziert. Eine Testpflicht bestand nicht.

Inzidenzwerte großes Risiko für Gastronomen

Ein Beispiel aus Großhabersdorf im Landkreis Fürth zeigt, wie schwer es für Gastronomen derzeit ist: Das Gasthaus "Rotes Ross" betreibt Inhaber Wolfgang Lang momentan allein, seine zwei Mitarbeiter sind in Kurzarbeit, und er bietet während der Corona-Lockdown-Zeit Essen-to-go an.

Die Freude darüber, dass er bei einer fünf Tage anhaltenden 7-Tage-Indizenz von unter 100, seine Außengastronomie öffnen darf, ist verhalten. Denn wenn für fünf Tage der Wert nicht weit genug unter 100 ist, dann "ist es für uns Gastronomen ein Risiko aufzumachen", so der Gastwirt. Dann müsse er den Betrieb wieder hochfahren, "und es kann bei Corona ganz schnell sein, dass die Zahl wieder über 100 geht und dann machen wir wieder zu und müssen unsere Lebensmittel wieder wegschmeißen", ist Lang besorgt.

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