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Hotel-Übernachtungen im Notfall weiter möglich | BR24

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Bildrechte: dpa/Martin Schutt

Das Beherbergungsverbot gilt nicht immer: Übernachtungen in Hotels sind im Notfall möglich.

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Hotel-Übernachtungen im Notfall weiter möglich

Die Corona-Pandemie hat auch die Hotelbranche vor neue Herausforderungen gestellt. Trotz Corona sind Übernachtungen in Hotels weiterhin möglich: zum Beispiel für Geschäftsreisende oder bei besonderen Notfällen.

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Von
  • Andreas Wenleder

Nicht alle Hotels stehen komplett leer: Neben Geschäftsreisenden und medizinisch notwendigen Übernachtungen darf auch im Notfall weiterhin in Hotels übernachtet werden. Auch bei Fällen von häuslicher Gewalt während des Lockdowns mussten Hotels in Regensburg schon helfen.

Im Fall von häuslicher Gewalt

Kathrin Fuchshuber ist Vorsitzende des Vereins Hotels-in-Regensburg e.V. Sie kann sich noch gut erinnern, als im Frühjahr plötzlich eine Frau mit blauem Auge vor ihr stand und trotz Beherbergungsverbot in ihrem Hotel in der Altstadt übernachten wollte. Fälle von häuslicher Gewalt, bei denen das Hotel der letzte Ausweg war, erleben sie und ihre Kollegen immer wieder.

Lage anfänglich unklar

Allerdings sei im Frühjahr vielen Hotels noch nicht wirklich klar gewesen, was erlaubt ist und was nicht, erzählt Fuchshuber. Mit ihrem ersten Notfall sei sie sogar noch zur Polizei gefahren, um die Lage zu klären. Innerhalb der Regensburger Hotellerie habe man dann aber eine 24-stündige Hotline eingerichtet und sich bei Notfällen auch mit dem Sozialamt abgesprochen.

Auf Durchreise obdachlos

Eine junge Mutter mit Kind, die den letzten Anschlusszug nach Hause verpasst hatte, sei etwa dabei gewesen oder ein etwa 80 Jahre alter Mann, der auf der Durchreise plötzlich obdachlos gewesen wäre. Wie die Frau mit dem blauen Auge durften am Ende alle im Hotel übernachten.

"Wir sind den Hotels sehr dankbar, dass sie den Menschen in solchen Notfällen helfen", sagt die Leiterin des Regensburger Amts für Soziales, Doris Ebenhöch. In diesen Fällen stellte das Sozialamt im Frühling noch regelmäßig Dokumente aus, die den Notfall amtlich bestätigen. Mittlerweile würden diese "Freistellungen" aber nur noch in Einzelfällen auf Anfrage ausgegeben, denn für die Prüfung sind letztendlich die Hotels selbst verantwortlich.

"Notfall" wird gewissenhaft geprüft

Auch Kathrin Fuchshuber sagt, mittlerweile hätten sie und ihre Kolleginnen und Kollegen bereits viel mehr Erfahrung als noch im Frühjahr. Ob tatsächlich bei einem Gast ein Notfall vorliegt, würden die Hoteliers gewissenhaft prüfen. Sei man zu großzügig, würde das am Ende nur die wirklichen Notfälle treffen, die dann vielleicht überhaupt nicht mehr übernachten dürften, sagt Fuchshuber.

Einzelfälle abgewiesen

Zwei Jugendliche, die sich zum "Lernen" mehrere Tage in einem Hotel einquartieren wollten oder ein junger Mann, der noch mehrere Züge nach Hause hätte nehmen können, wurden deshalb unter anderem bereits abgewiesen.

Die Notfälle, sowie die weiteren Ausnahmen - medizinisch notwendige Übernachtungen etwa rund um eine Operation oder Geschäftsreisende - können das Loch in der Bilanz der Hotels aber nicht einmal annähernd ausgleichen. Kathrin Fuchshuber spricht von einem verheerenden Jahr für die Branche. Sie hofft, dass Hotels und Gastronomie bald wieder einigermaßen gewohnt öffnen dürfen. "Der Mensch ist ein Herdentier. Die Leute wollen sich treffen", sagt die Vereins-Vorsitzende. Die Hoteliers würden - abgesehen von wenigen schwarzen Schafen - alles unternehmen, um Gäste und Mitarbeiter zu schützen, sagt Fuchshuber.

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