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Hopfenbauern rechnen mit guter Ernte und fürchten Preisverfall | BR24

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Die Hopfenbauern rechnen für das Jahr 2020 mit einer guten Durchschnittsernte.

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Hopfenbauern rechnen mit guter Ernte und fürchten Preisverfall

In den nächsten Tagen beginnen die Hopfenbauern im weltweit größten Anbaugebiet in der Hallertau mit der Ernte. Sie rechnen mit einer guten Durchschnittsernte und hoher Qualität. Das ist vermutlich aber der einzige Grund zur Freude im Corona-Jahr.

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Wenn die Hopfenpflanzer und Saisonkräfte in den kommenden Tagen in der Hallertau mit der Ernte beginnen, werden sie bis Ende September etwa 41.500 Tonnen Hopfen ernten. Das sagte Adi Schapfl, der Präsident des Hopfenpflanzer-Verbandes "Deutscher Hopfen", am Mittwoch in Wolnzach. Das entspricht etwa dem Ertrag des Vorjahres. Schapfl rechnet mit einer guten Durchschnittsernte, auch die Qualität des Hopfens sei sehr gut.

Corona-Pandemie belastet Saisonarbeit

Abgesehen davon gibt es in diesem Jahr aber kaum gute Nachrichten für Hopfenpflanzer: Wie viele Landwirtschaftszweige hatten die Pflanzer mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie zu kämpfen - vor allem bei den Arbeiten im Frühjahr, bei denen traditionell viele Saisonkräfte aus dem Ausland eingesetzt werden. Nur mit deutschen Aushilfskräften - vor allem Studierenden und Kurzarbeitern - hätten die Frühjahrsarbeiten bewältigt werden können, teilte der Verband mit.

Verband: Geringe Infektionsgefahr für Erntehelfer

Bei der anstehenden Ernte setzen die Pflanzer auch wieder auf Kräfte aus dem Ausland. Diese müssten nun zum Beispiel vor Arbeitsantritt auf das Coronavirus getestet werden. Doch die Testkapazitäten seien begrenzt und der Bedarf allgemein hoch. “Und jetzt sind halt auch die Labore im Rückstand mit den Untersuchungen und jetzt kann es vielleicht ein bisschen eng werden”, so Schapfl. Generell sei die Infektionsgefahr bei der Ernte aber sehr gering, weil zu jeder Zeit Abstand gewahrt werden könne.

Sinkender Bierkonsum macht den Bauern zu schaffen

Weil wegen der Pandemie auch der Bierverbrauch sinkt und die Brauereien dementsprechend weniger produzieren, rechnet der Verband mit sinkenden Preisen. In welchem Maß, ist aber noch unklar. Das hänge auch stark von der Sorte ab.

Pflanzenvirus belastet die Hopfenpflanzer zusätzlich

Zusätzlich haben die Hopfenpflanzer auch noch mit einem anderen Virus zu kämpfen: dem sogenannten “Citrus-Bark-Cracking-Viroid”. Es wurde vergangenes Jahr erstmals in der Hallertau nachgewiesen und führt bei den infizierten Pflanzen zu verkümmerten Wachstum, zu früher Blüte und schließlich zur Wurzelfäule. Die Krankheit gilt als hochansteckend.

In Zusammenarbeit mit der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft wurden deshalb auf mehr als 400 Hopfenpflanzer-Betrieben Proben genommen, um die Ausbreitung des Viroids zu bestimmen. Aktuell sind sieben Betriebe im Freistaat betroffen.

Verbandspräsident bleibt optimistisch

Trotz all dieser Probleme blickt Verbandspräsident Schapfl noch einigermaßen optimistisch in die Zukunft: “Wir sind Hopfenpflanzer, wir müssen optimistisch sein. Aber da sind wir richtig froh, wenn wir das schaffen und geschafft haben. Unsere Pflanzer sind sehr sehr angespannt. Aber wir sind doch optimistisch, dass wir das gut rumbringen und hoffen, dass der Markt noch einigermaßen funktioniert. Dann sind wir schon wieder zufrieden.”

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