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Homophober Angriff in München: Polizei fahndet öffentlich | BR24

© picture alliance / Markus C. Hurek

Eine U-Bahn fährt am Bahnhof Münchner Freiheit ein

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Homophober Angriff in München: Polizei fahndet öffentlich

Vor rund einem halben Jahr wurde ein 21-Jähriger in einer Münchner U-Bahn von Fußballfans attackiert. Der Vorfall machte als "homophober Angriff" Schlagzeilen. Jetzt fahndet die Münchner Polizei mit Fotos nach den vier Tatverdächtigen.

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Der Vorfall ereignete sich Anfang Dezember in einem Zug der Münchner U-Bahn-Linie 6: Die U-Bahn war voll mit Fußballfans, die zum Derby Bayern München gegen den 1. FC Nürnberg in die Allianz-Arena fuhren.

In der U-Bahn war auch ein 21-jähriger Mann aus Bremen. Er wehrte sich, weil ihm Clubfans lautstark in die Ohren brüllten. Er bat um Rücksicht - dabei kam es zum Wortgefecht mit den Fans.

Als "Transe" beschimpft und verprügelt

Offenbar weil er eine bordeauxfarbene Tasche über der Schulter trug und Piercings im Gesicht hatte, beschimpften ihn vier Clubfans als "Transe". So schildert es die Polizei und beruft sich dabei auf die Einschätzung des Opfers.

Der bekennende Bisexuelle gab nach den homophoben Beschimpfungen Kontra. Schließlich eskalierte die Situation und der 21-Jährige wurde mehrfach von den Clubfans geschlagen. Dabei wurde ihm ein Schneidezahn abgebrochen und der junge Mann lag nach mehreren Schlägen gegen den Kopf bewusstlos und blutend am Boden.

Jugendliche kamen dem Opfer zu Hilfe

Zwei Jugendliche zeigten Zivilcourage und zogen den Verletzten an der Haltestelle Universität aus der U-Bahn. Dort verständigten sie den Rettungsdienst, der Verletzte kam ins Krankenhaus.

Fotos aus Überwachungskamera veröffentlicht

Wegen der Schwere der Tat hat der Ermittlungsrichter auf Antrag der Staatsanwaltschaft eine Öffentlichkeitsfahndung veranlasst. Die Polizei hat Fotos aus der Überwachungskamera der U-Bahn gesichert, diese wurden für die Fahndung nach den Tätern veröffentlicht.

Opfer geht an die Öffentlichkeit

Im Gespräch mit dem BR äußerte sich das Opfer zum Ablauf der Tat. Der Mann sagte, er sei vor allem enttäuscht darüber, dass ihm zunächst niemand in der U-Bahn zu Hilfe kam, als das Wortgefecht und die Angriffe auf seine sexuelle Neigung begannen.

"Ich habe goldene Ohrringe und ein goldenes Nasenpiercing. Ich hatte auch eine bordeauxfarbene Handtasche bei mir. Er hat dann auch auf die Tasche gezeigt, der Typ, und gesagt, die Tasche passt gut zu dir, du Transe. Dann hat ein Wortgefecht angefangen. Die haben dann zu viert angefangen, mich zu beleidigen. Ich hab' dann, glaub' ich, irgendeine Beleidigung entgegnet, und dann hat er mir ins Gesicht geschlagen."
© BR

Vor rund einem halben Jahr ist ein 21-Jähriger in einer Münchner U-Bahn von Fußballfans attackiert worden. Jetzt fahndet die Münchner Polizei mit Fotos öffentlich nach den Tätern. Das Opfer äußerte sich im BR zum Ablauf der Tat.