BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Homeschooling: Kritik am Tempo des bayerischen Kultusministers | BR24

© dpa-Bildfunk/Rolf Vennenbernd
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Rolf Vennenbernd

Homeschooling: So sieht es aktuell in vielen Haushalten mit Schulkindern aus.

Per Mail sharen

    Homeschooling: Kritik am Tempo des bayerischen Kultusministers

    Das bayerische Kultusministerium hatte den Schülern im Freistaat angesichts der Corona-Krise 182.000 Leihgeräte wie etwa Tablets versprochen. Nur ein kleiner Bruchteil davon, wurde bisher verteilt. Nun wird Kritik am Vorgehen Piazolos laut.

    Per Mail sharen
    Von
    • Sümeyye Uğur

    Bayerischen Schülerinnen und Schülern wurden 182.000 Leihgeräte wie Tablets fürs Homeschooling versprochen - aber nur 10.000 sind laut Aussage von Kultusminister Michael Piazolo bisher abgeholt worden. "Jeder Schüler, der ein Gerät braucht, kann sich an die Schulleitung wenden und bekommt dann eines", betonte der Minister am Mittwoch in der Münchner Runde im BR Fernsehen. Schüler Haram Dar sieht das anders. Seine Mittelschule in Erlangen warte noch immer auf die Tablets.

    Wer übernimmt die Wartung und Pflege der Geräte?

    Ein weiteres Problem: Die Wartung und Pflege der verliehenen Geräte ist nicht gewährleistet. Wenn es technische Probleme gibt oder etwas kaputtgehen sollte, ist unklar, wer sich darum kümmert. Laut einer Bertelsmann-Studie aus dem Jahr 2015 sind die Kosten für den IT-Support pro Schüler sogar mehr als doppelt so hoch wie die Ausgaben für die Leihgeräte selbst.

    Piazolo: Beschluss des Landtags steht aus

    Kultusminister Piazolo verwies am Mittwoch in der Münchner Runde darauf, dass der Landtag für die Beschließung des Haushalts zuständig sei und die Finanzierung von Wartung und Pflege der technischen Geräte an Schulen erst im Nachtragshaushalt beschlossen würde. Über diesen wird allerdings erst in zwei Monaten offiziell entschieden.

    Opposition kritisiert langsames Vorgehen

    Den FDP-Landtagsabgeordneten Matthias Fischbach ärgert die Aussage des Ministers. Der Landtag habe die Staatsregierung bereits im März und April 2020 mit jeweils zehn Milliarden Euro zur Bekämpfung der Corona-Pandemie ausgestattet. "Nicht einmal ein Prozent dieses Geldes ist in digitale Bildung eingeflossen", so Fischbach. "Wenn man die Geräte für die Schulen mit dem Sonderfond der Corona-Pandemie mitdenkt und finanziert, warum wird nicht die Wartung auch mitgedacht?"

    Auch die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bayerischen Landtag, Katharina Schulze, übte in der Münchner Runde Kritik und verweist wie Fischbach auf im vergangenen Jahr freigegebene finanzielle Mittel. Der Kultusminister hätte das schon längst auf den Weg bringen können, so Schulze. Das langsame Vorgehen des Ministers sei "das, was die Leute narrisch macht."

    Für Instandhaltung seien Kommunen zuständig

    Oppositionspolitiker Fischbach machte dies und die Aussagen des Kultusministers in der Münchner Runde, am Donnerstag im Landtag zum Thema. Piazolo entgegnete Fischbachs Kritik in der Regierungsbefragung, dass die Kommunen für die Instandhaltung der Leihgeräte zuständig seien. Diese Kosten könnten deswegen nicht als Teil des Corona-Sonderfonds bezahlt werden, erklärte Minister Piazolo.

    Für den Erlanger Mittelschüler Haram Dar ist das wenig zufriedenstellend: "Wenn man die Verantwortung immer nach vorne schiebt, dann kommt man eben nicht zum Ende."

    Verärgerte Eltern, frustrierte Schüler: Wie kommt die Schule aus der Krise? Darüber hat die Münchner Runde mit Minister Michael Piazolo, der Grünen-Politikerin Katharina Schulze sowie Eltern und Schülern diskutiert. Dabei ging es auch um die Frage, wann Bayerns Schulen wieder öffnen. Die Sendung in voller Länge finden Sie hier in der BR Mediathek.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!