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Homeschooling in Corona-Zeiten: Lesen fördert Lernen | BR24

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Forscherinnen des Leibniz-Instituts für Bildungsverläufe haben Auswirkungen auf das Homeschooling untersucht.

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Homeschooling in Corona-Zeiten: Lesen fördert Lernen

Aufgrund von Corona und damit verbundenen Schulschließungen müssen viele Kinder zuhause lernen. Forscher des Leibniz-Instituts an der Universität Bamberg haben nun die Befragung von mehr als 1.400 Eltern zum Thema Homeschooling ausgewertet.

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Von
  • Richard Padberg

Kinder, die gut lesen können, lernen während des Lockdowns zuhause besser als Kinder, die schlechter lesen. Zu diesem Schluss kommen Forscherinnen des Nationalen Bildungspanels (NEPS) des Leibniz-Instituts für Bildungsverläufe (LIfBi) an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Befragt wurden über 1.400 Eltern von 14-jährigen Schülerinnen und Schülern der 8. Klasse während der ersten Phase des Homeschoolings im Frühjahr 2020.

Lesekompetenz fördert Motivation fürs Lernen zuhause

Demnach gaben mit 67 Prozent mehr als zwei Drittel der Eltern gaben an, dass sie Probleme damit hatten, ihre Kinder beim Distanzunterricht zum Lernen zu motivieren. Etwa die Hälfte davon – also rund 35 Prozent – fand dies sogar eher schwer oder sehr schwer. Dabei seien Jungen schwieriger zu motivieren als Mädchen.

Kombiniere man die Ergebnisse der Befragung aus dem vergangenen Frühjahr mit Ergebnissen von Kompetenztests der gleichen Schülerinnen und Schüler von vor anderthalb Jahren, zeige sich: Wer gut lese, lasse sich leichter zum Lernen zuhause motivieren und komme mit der ungewohnten Lernsituation besser zurecht. Die Fähigkeit, schriftliche Texte zu verstehen, werde zur zentralen Kompetenz für alle Schulfächer. Schülerinnen und Schüler, die schlechter lesen können, hätten deshalb häufiger Verständnisschwierigkeiten und könnten Aufgaben weniger gut verstehen, heißt es weiter. Solche Erfahrungen könnten dazu beitragen, dass Kinder weniger motiviert seien, ihre Aufgaben zu erledigen.

Homeschooling: Schüler können Kompetenzen entwickeln

Der Distanzunterricht könne Kindern aber auch dabei helfen, ihre Kompetenzen zu entwickeln, so Cordula Artelt, Leiterin des NEPS und Direktorin des LIfBi. Um motiviert zu sein, bräuchten Kinder realistische Ziele und Rückmeldungen. Um selbstreguliertes Lernen zu fördern, brauche es aber eine gute Mischung aus selbstständigen und angeleiteten Phasen.

Werde Distanzunterricht nur als Übermittlung von Aufgaben verstanden, bestehe die Gefahr, dass Kinder zu wenig Rückmeldung erhalten und diejenigen, die Motivationsschwierigkeiten haben, abgehängt würden. Dies sei nach den bisherigen Auswertungen der Befragung im ersten Lockdown zu häufig passiert.

Lehrer sollen Distanzunterricht aufpeppen

Eine Empfehlung an die Lehrkräfte sei es deshalb, individuelle Elemente in den Distanzunterricht einzubauen. Das können laut Artelt beispielweise persönliche Sprechstunden, Videokonferenzen oder interaktive Aufgaben sein. Eltern könnten die didaktisch-pädagogische Begleitung nicht ersetzen. Was Eltern hingegen von den Schulen bräuchten, sei neben Planbarkeit des Homeschoolings auch Transparenz, was im Fernunterricht erwartet werde und was die Kinder in dieser Zeit leisten sollten.

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