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Homeschooling: Hier gibt's Hilfe für Eltern

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Homeschooling: Hier gibt's Hilfe für Eltern

In Bayern beginnt ab Montag wieder der Präsenzunterricht für alle Klassen. Allerdings wird ein Teil der Schülerinnen und Schüler weiterhin daheim bleiben. Für viele Eltern ist das Homeschooling eine Belastung. Doch es gibt Unterstützungsangebote.

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Wie wird gleich nochmal das Volumen eines Würfels oder die Fläche eines Rechtecks berechnet? Und wie war das mit dem X beim Auflösen einer Gleichung? Viele Eltern stehen bei Fragen wie diesen vor einer großen Herausforderung: Der eigene Mathematik-Unterricht liegt oft schon Jahrzehnte zurück oder sie haben eine andere Schulart besucht als ihre Kinder.

Pensionierter Lehrer bietet Mathe-Nachhilfe für Eltern an

Christoph Hammer, ein pensionierter Gymnasiallehrer aus Fürstenfeldbruck, hat sich deshalb etwas einfallen lassen: Er bietet nun Nachhilfe-Unterricht in Mathe an - aber nicht für Schülerinnen und Schüler, sondern für ihre Eltern. Seit April hat er dafür auch eine eigene Webseite.

Dort hat er bereits vier Themen aufbereitet, sowohl aus eigenem Antrieb als auch auf Anfrage einer Mutter. Mit Audiofiles, Texten und kleinen Videoclips gibt es Antworten auf die gängigsten Mathe-Probleme. Wer eine Frage zu einer bestimmten Aufgabe hat, kann sich direkt an ihn wenden. Er beantwortet sie dann entweder persönlich mit einer E-Mail oder für alle sichtbar auf seiner Seite – mit übersichtlichen Grafiken und verständlichen Erklärungen. Im Herbst will der Mathe-Lehrer dann sogar ein Nachhilfe-Buch für Eltern veröffentlichen.

Auch Studierende helfen ehrenamtlich

Eltern, die selbst keine Zeit haben, Nachhilfe-Unterricht zu nehmen, um den Kindern die Mathe-Aufgaben besser zu erklären, können auch auf die Hilfe engagierter Studentinnen und Studenten zurückgreifen.

Bei der gemeinnützigen Initiative "Corona-School" sind mittlerweile mehr als 9.000 Studierende registriert. Sie bieten ehrenamtlich Nachhilfe-Unterricht über Video-Chat an – für alle Fächer und Schularten. Chemie-Student Tobias Wagner von der LMU München ist einer von ihnen. "Im Zuge der Corona-Einschränkungen sind bei mir einige Veranstaltungen und Klausuren an der Uni ausgefallen. Die Zeit wollte ich dann sinnvoll nutzen. Da habe ich über den Fachschaftsserver davon erfahren, und mich dann entschlossen, mich dort zu engagieren", erzählt er.

Mehr als 12.000 Schülerinnen und Schüler haben sich bisher bei der "Corona-School" angemeldet. Das Feedback der Kinder und Jugendlichen, so Tobias Wagner, sei sehr positiv. Und für viele Eltern ist das kostenlose Angebot eine echte Entlastung.

"Von den Schülern, mit denen ich gearbeitet habe, habe ich nur positive Rückmeldungen. Bei einem Schüler habe ich auch mit der Mutter gesprochen: Die war auch sehr erleichtert, dass sie über diesen Weg Hilfe bekommen konnte." Tobias Wagner, Student

Mehr Konflikte mit Kindern: Eltern brauchen Entlastung

Auch für Familie Rayermann aus Aying im Landkreis München wird das Lernen daheim zunehmend zur Belastung. Sohn Dominik ist 13 und geht in die Realschule. Sein zehnjähriger Bruder Philip ist noch in der Grundschule. Homeschooling, so Mutter Sylvia Rayermann, habe viele neue Konflikte ins Haus gebracht: "Ich hatte das Gefühl, wenn eine Lehrerin sagt: Hefte raus, jetzt machen wir das, da wird auch gar nicht lange gefragt: Finde ich das jetzt interessant, finde ich das gut, habe ich da jetzt Lust drauf? Und zu Hause war es wirklich so: Das ist langweilig, das ist blöd – jeder Handschlag wurde fast schon diskutiert."

Von den Schulen haben die Eltern zwar Tipps bekommen, wie sich Kinder am besten im Homeschooling strukturieren können: Also früh aufstehen, erledigte Aufgaben abhaken und den Arbeitsplatz sauber halten – Hilfsangebote für Eltern hat Sylvia Rayermann bislang aber noch nicht wahrgenommen.

Erfahrung der Eltern: Homeschooling mit Fremden läuft oftmals besser

Unterstützung von extern, etwa von Studentinnen und Studenten, könnte da eine gute Lösung sein, findet die Mutter. Da würden so manche Konflikte wegfallen. Auch andere Eltern hätten eine ähnliche Erfahrung gemacht. Beim Austausch mit Freundinnen kam ihr der Gedanke: "Komm, wir tauschen die Kinder aus und zum Homeschooling kommen deine zu mir und meine zu dir. Weil ich schon das Gefühl hatte, wenn andere dabei sind – vor allem Fremde – dass es wirklich besser läuft", erzählt Rayermann.

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