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Der BR hat die Konrad-Groß-Schule nach den Weihnachtsferien besucht, die Corona-bedingt auf Homeschooling umsteigen musste. Wie funktioniert der Unterricht auf Distanz für Schüler und Lehrer?

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Homeschooling-Erfahrungen in Nürnberg: Licht und Schatten

Die zweite Homeschooling-Woche nach den Weihnachtsferien hat begonnen. Wie gut das klappt – dazu gehen die Meinungen immer noch auseinander. An einer Nürnberger Grund- und Mittelschule sieht man dagegen eine völlig andere Situation als im Frühjahr.

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Von
  • Andreas Schuster

Wegen der immer noch angespannten Infektionslage in der Corona-Pandemie ist in Bayern weiter Homeschooling angesagt. Und die Kritik daran hält an: Zuletzt zeigte eine Umfrage, dass drei Viertel der Bayern unzufrieden mit dem Krisenmanagement von Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) sind. Doch die Schulen selbst sehen dagegen teils Fortschritte.

Homeschooling mittlerweile "eine gewisse Selbstverständlichkeit"

An der Konrad-Groß-Grund- und Mittelschule in Nürnberg sei die aktuelle Situation deutlich besser als noch beim ersten Lockdown im Frühjahr. "Da merken wir einen Riesenunterschied. Diesmal sind wir drauf vorbereitet. Und nicht nur wir als Schule, sondern auch die Eltern", so die für den Grundschulbereich zuständige stellvertretende Schulleiterin Yvonne Wohlleben. Die Abläufe und Aufgabenverteilungen von Eltern, Schülern und Lehrkräften hätten mittlerweile eine "gewisse Selbstverständlichkeit bekommen". Von daher kämen die Eltern der Grundschüler mit der Situation eigentlich ganz gut zurecht.

Schüler arbeiten mit Leih-Tablets

In der Klasse 4g der Konrad-Groß-Schule unterrichtet Klassenleiter Felix Bär die Kinder mit Hilfe von Leih-Tablets. Das sei "ein Baustein, warum es gut funktioniert". Außerdem seien die Schülerinnen und Schüler mit den Geräten geschult worden, als es noch Präsenzunterricht gab. Wenn dann die Kinder zuhause noch Zugang zu einer schnellen Internetverbindung hätten, sei Homeschooling auch mit Dritt- oder Viertklässlern "sehr gut umsetzbar", so Bär.

Mit Blick auf die Grundschüler sei die Umstellung auf Homeschooling für die Erstklässler am größten, sagt die stellvertretende Schulleiterin Yvonne Wohlleben. Die seien noch nicht daran gewöhnt. Für die Erstklässler sei der Fernunterricht eine "ganz besondere Herausforderung".

Doch es gibt weiterhin Probleme

Trotz der insgesamt positiven Entwicklung gebe es "natürlich bei einzelnen Schülern und Familien genauso Probleme wie in Zeiten des Präsenzunterrichts", so Yvonne Wohlleben. Da müsse man nun noch einmal nachhaken. Auf bestimmte Faktoren habe die Schule dagegen keinen Einfluss. "Schwierig ist es sicherlich für Familien, in denen mehrere Kinder sind", so Wohlleben. Wenn Geschwister gleichzeitig ein Tablet oder einen Laptop benötigen und kein eigenes Zimmer haben, um sich zurückzuziehen, sei das schwierig. Dann säßen oftmals drei Kinder zusammen an einem Tisch.

Homeschooling ein Problem für den Übertritt?

Mit Blick auf den Übertritt am Schuljahresende sieht Yvonne Wohlleben kein Problem. Der Lehrplan biete entsprechende Spielräume. Die Schülerinnen und Schüler fit zu kriegen, etwa für das Gymnasium – da habe sie "gar keine Bedenken, dass die das gut schaffen können", so Wohlleben. Der Übertritt heuer sei "sicher eine Herausforderung. Aber ich sehe das auch als Chance an, dass die Schüler sich ganz gut auf die fünfte Jahrgangsstufe vorbereiten."

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