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Homeoffice: Söder setzt auf Freiwilligkeit | BR24

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Ministerpräsident Söder hat das Thema "Homeoffice" zur Chefsache gemacht und mit Unternehmen und Gewerkschaften darüber beraten. Dem bayerischen Regierungschef geht die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins private Umfeld nicht schnell genug.

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Homeoffice: Söder setzt auf Freiwilligkeit

Die bayerische Staatsregierung will mehr Homeoffice. Dabei setzt Ministerpräsident Söder auf Anreize statt auf Verpflichtungen. Für Grüne und SPD ist das zu wenig.

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Von
  • Julia Ruhs

"Mehr als bisher und wo immer es geht" – laut Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sollen noch mehr Menschen von zuhause aus arbeiten. Nach einem Homeoffice-Gipfel in der Staatskanzlei mit Vertretern von Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften bezeichnet Söder das Homeoffice "als eine echte Chance in der Pandemie". Es sei notwendig zum Schutz der Menschen.

Steuerliche Anreize für mehr Homeoffice

Arbeitgeber und Gewerkschaften seien sich hier ebenfalls einig. Gesetzliche Vorgaben soll es jedoch nicht geben, sondern Anreize für Arbeitgeber. Zum Beispiel durch steuerliche Vorteile wie bessere Abschreibemöglichkeiten für Unternehmen.

Mehr als 64 Prozent aller Jobs von zu Hause aus möglich

Laut Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft sind in Bayern 64 Prozent aller Jobs Homeoffice-fähig. Auch der Freistaat selbst will im Öffentlichen Dienst mehr Homeoffice möglich machen. Er will als größter Arbeitgeber mit guten Beispiel vorangehen, so Söder.

Homeoffice keine dauerhafte Lösung

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) betont, dass es beim Homeoffice auch Grenzen gebe: Zwar können Büroaufgaben gut von zuhause aus erledigt werden, für viele Berufe sei ein Arbeiten von zuhause aus aber gar nicht möglich. Außerdem gehe viel an Kreativität innerhalb von Unternehmen verloren. "Homeoffice ist nicht die Lösung für alle Zukunft", betont er. Aiwanger appelliert daher nochmals an die Arbeitgeber, alles zu tun, um Infektionsrisiken am Arbeitsplatz zu vermeiden – durch Abstand und gutes Lüften.

Homeoffice als Chance für Familien

Arbeitsministerin Carolina Trautner sieht mehr Homeoffice auch als Chance für Familien. Die Arbeitswege fallen weg – diese Zeit kommt der Familie zugute, so Trautner. Sie betont aber auch, es müsse zuhause ein konzentriertes Arbeiten möglich sein. Es dürfe hier zu keiner Überlastung der Arbeitnehmer kommen.

SPD und Grüne enttäuscht

Der Fraktionschef der Grünen im Landtag, Ludwig Hartmann, zeigt sich enttäuscht. Er bemängelt, dass nach dem Gipfel zu wenig Konkretes feststehe. Ein zeitweiliges Recht auf Homeoffice, wie von den Grünen gefordert, wird es nicht geben. Bayern-SPD Generalsekretär Uli Grötsch, der als Innenexperte für die SPD im Bundestag sitzt, kritisiert den Homeoffice-Gipfel der Staatsregierung als heiße Luft.

"Keine bindenden Vorgaben, weder beim Homeoffice noch bei den Vorgaben für den Infektionsschutz – das reicht nicht aus." Die SPD will ein Recht auf Homeoffice per Gesetz, auch über die Pandemie hinaus.

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Es werde kein gesetzliches Recht auf Homeoffice geben, da dies nicht in jedem Unternehmen praktikabel sei. Das sagte BR-Reporterin Vera Cornette der Rundschau.

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