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Homeoffice: Bamberger Studie fürchtet Spaltung der Arbeitswelt | BR24

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Von dem Digitalisierungsschub in der Arbeitswelt profitieren längst nicht alle Beschäftigten, sondern vor allem hochgebildete.

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Homeoffice: Bamberger Studie fürchtet Spaltung der Arbeitswelt

Von dem Digitalisierungsschub in der Arbeitswelt profitieren längst nicht alle Beschäftigten. Wie eine Studie aus Bamberg zeigt, sind es vor allem Hochgebildete, die in der Pandemie zuhause arbeiten und in den Genuss neuer Hilfsmittel kommen.

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Von
  • Thorsten Gütling
  • Sandra Jozipovic

Von der Digitalisierung in der Arbeitswelt während der Corona-Pandemie profitieren vor allem hochgebildete Berufstätige. Das geht aus einer Studie des Leibniz-Instituts für Bildungsverläufe in Bamberg hervor.

Neue Spaltung in der Corona-Pandemie

Obwohl Videokonferenzen und Teamarbeitsplattformen seit dem vergangenen Frühjahr nicht mehr aus der Arbeitswelt wegzudenken sind, zeigt die aktuelle Studie: der Digitalisierungsschub hat nicht alle Beschäftigten erreicht. Vielmehr habe er zu einer neuen Spaltung in der Arbeitswelt geführt, die lange über die Pandemie hinaus Bestand haben könnte, glauben die Bamberger Wissenschaftler.

Wer handwerklich arbeitet profitiert von Digitalisierung kaum

Unter den Befragten mit Hochschulabschluss haben mehr als die Hälfte digitale Technologien seit Beginn der Pandemie stärker genutzt als vorher. 70 Prozent der Beschäftigten, in deren Berufen Schreiben, Lesen, Rechnen und IT-Kenntnisse besonders relevant sind, hätten im Homeoffice gearbeitet und so von der Digitalisierung profitiert. Arbeitnehmer, die eher handwerklichen Tätigkeiten nachgehen, erlebten hingegen seltener Fortschritte in der Digitalisierung ihrer Arbeitswelt. Teilweise sei in diesen Berufsgruppen sogar ein Rückgang der Technologienutzung während der Pandemie festgestellt worden.

"Die digitale Spaltung der Erwerbsbevölkerung dürfte sich seit dem Frühjahr 2020 noch weiter verschärft haben." Corinna Kleinert, Leibniz-Institut für Bildungsverläufe

Wer nicht im Homeoffice arbeitet, profitiert seltener von Digitalisierung

Dabei ist klar: Wer seine Arbeit ins Homeoffice verlagern konnte, profitiert deutliche mehr von der Digitalisierung der Arbeitswelt, als diejenigen, die auch in der Pandemie täglich ins Büro oder in den Betrieb fahren. Wer zuhause arbeitet berichtet der Studie zufolge in 73 Prozent der Fälle davon, dass er vermehrt auf digitale Hilfsmittel zurückgreifen kann. Wer seinen Arbeitsplatz nicht in die eigenen vier Wände verlagern kann, kommt nur in 38 Prozent der Fälle in den Genuss neuer Hilfsmittel.

Bereits in früheren Studien haben die Bamberger Wissenschaftler gezeigt, dass vor allem hochqualifizierte Arbeitnehmer ins Homeoffice wechseln. Damit sind sie es auch, die am meisten von dem Digitalisierungsschub in der Pandemie profitieren.

Wissenschaftler: Digitalisierungsschub nachsteuern

Der durch die Corona-Krise ausgelöste Digitalisierungsschub müsse daher nachgesteuert werden und zwar so, dass möglichst viele Beschäftigte davon profitieren, finden die Autoren der Studie.

"Eine größere Ausschöpfung der Homeoffice-Potenziale könnte zu einer Verringerung der digitalen Spaltung beitragen." Corinna Kleinert, Leibniz-Institut für Bildungsverläufe

Im Rahmen der Erhebung hat das Leibniz-Institut 1.800 Erwerbstätige befragt. Eine ausführliche Auswertung der Studie gibt es hier.

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Corona bringt Familien eher in Richtung traditionelle Rollenverteilung zurück. Mütter übernehmen zu Corona-Zeiten mehr Aufgaben rund um Haushalt und Kinder, arbeiten eher zu ungewöhnlichen Zeiten und sind öfter im Homeoffice.

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