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Holzkirchner Kuhglockenstreit: Kommt gerichtliche Schlafprobe? | BR24

© dpa-Bildfunk/Peter Kneffel

Eine Milchkuh leckt an einer Kuhglocke, die im Viehstall der Familie Killer in Holzkirchen hochgehalten wird.

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Holzkirchner Kuhglockenstreit: Kommt gerichtliche Schlafprobe?

Im Holzkirchner Kuhglocken-Streit ringen eine beklagte Bäuerin, das Nachbarsehepaar und Gemeindevertreter vor dem Oberlandesgericht München um eine Lösung. Der Vorsitzende Richter schlug jetzt eine gerichtliche, nächtliche Schlafprobe vor Ort vor.

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Bei dem Holzkirchner Kuhglocken-Streit geht es im Kern um folgende Fragen: Reicht eine Kuhglocke für mehrere Kühe? Oder sollten besser gar keine Tiere mehr auf der Weide grasen - weil es sonst zu laut ist?

Notfalls müsse man über einen Ortstermin nachdenken, um die Sache selbst in "Augen- und Ohrenschein" zu nehmen, sagte heute Mittag der Vorsitzende Richter. Da es besonders um die Nachtruhe gehe, sei es möglicherweise notwendig, dort eine Nacht zu verbringen. Allerdings kommen die Kühe erst im Frühjahr wieder auf die Weide - momentan liegt dort Schnee.

Klage wegen Lärm auf nachbarlicher Weide

Das Ehepaar fühlt sich seit Jahren von den Glocken der Kühe auf der nachbarlichen Weide gestört und will gerichtlich ein Ende des Gebimmels erreichen. Es geht auch um lästige Fliegen, die um die Kühe schwirren, und um ein nach Auffassung des Paares übermäßiges Ausbringen von Gülle. Nachdem erst der Ehemann und dann die Frau in getrennten Prozessen in erster Instanz vor dem Landgericht München II gescheitert waren, zog nun zunächst der Mann in zweiter Instanz vor das OLG.

Möglicher Kompromiss: Weniger Kuhglocken gegen mehr Gülle

Messungen am Schlafzimmerfenster des Paares hätten ergeben, dass das Gebimmel mehr als 70 Dezibel laut sei, sagte Anwalt Peter Hartherz vor Gericht. Er hat angekündigt, dass er den Rechtsweg weiter ausschöpfen wolle, sofern es keine Einigung gibt - möglicherweise bis zum Bundesgerichtshof. Die beste Lösung wäre für seinen Mandanten, wenn auf der Wiese keine Kühe mehr grasen würden. Dafür würde er hinnehmen, dass öfter Gülle ausgebracht werde.