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Holunder: Warum der Strauch so vielseitig und gesund ist | BR24

© BR/Barbara Leinfelder

Schon Ärzte der Antike empfahlen Holunder als harntreibendes, abführendes und gynäkologisches Mittel. Inzwischen schätzt man auch den Geschmack der Blüten und der Beeren.

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Holunder: Warum der Strauch so vielseitig und gesund ist

Juni ist die Zeit, in der Frau Holle wieder ihre Betten schüttelt und weiße Flocken rieseln. Gemeint sind die Blütenflocken des Holunders, die jetzt überall durch die Luft wehen. Besonders viele davon gibt es auf dem Hollerhof in Augsburg.

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Auf dem Hollerhof im Süden von Augsburg hat es schon immer prächtig ausladende Holunderbüsche gegeben. Im Namen des Strauchs, der so heilkräftig und nützlich ist, steckt die alte Mondgöttin Holla, Hulda oder Hella. Deren Name hängt einerseits mit dem Hüllen, dem Verhüllen und andererseits mit der strahlenden Helle zusammen.

Hollerküchle und alte Bauernregeln

Wer an Johanni Hollerkücheln, backt, der kriegt ein Jahr lang kein Fieber, heißt es in einer alten Bauernregel. Johanni ist der 24. Juni. Was die Volksweisheit schon immer wusste, ist längst wissenschaftlich bewiesen. Und es lohnt sich, die Blüten zu ernten – und später im Jahr die Beeren. "Man kann vom Frühjahr bis zum Herbst alles verwenden", sagt Susanne Zimmermann, die mit ihrem Mann Otto den Hollerhof führt.

Holundersaft schmeckt intensiv

Weil der Holunder sehr intensiv schmeckt, mischt ihn die Landwirtin zum Beispiel für Marmeladen mit anderen Früchten. Besonder gut passen Birnen, Zwetschgen oder auch Quitte. Jetzt im Juni, wenn der Holunder blüht, gibt es in Schwaben in Bierteig geschwenkte und ausgebackene Blüten als Hollerküchle, Hollersekt oder Holder-Sirup. Es gibt aber noch viele andere Rezeptideen mit Holunder.

Sambucus Nigra hilft auch bei Erkältungskrankheiten

Die Inhaltsstoffe von Sambucus Nigra, dem Schwarzen Holunder, sind dabei entzündungshemmend und sollen bei vielen Zipperlein helfen. Besonders wirksam ist Holundersaft bei Schnupfennase und Erkältungskrankheiten. Die Beeren haben viel Vitamin C und A, der Saft ist schweißtreibend und fiebersenkend.

Tiere mögen die Sträucher auch

Tiere mögen ihn ebenfalls, der Holunderbusch ist ein hervorragendes Bienen- und Vogelnährgehölz. Dem oft meterhoch wachsenden Busch wurden früher magische Kräfte nachgesagt, er schütze vor Blitz und bösen Geistern hieß es. In keltischen Ländern war es Brauch, Schüsselchen mit Milch unter seine Zweige zu stellen, für die Feen und Elfen.