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Holocaust-Überlebende mahnen zu Kampf gegen Judenhass | BR24

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Das achttägige jüdische Lichterfest hat begonnen. Damit erinnern die Juden an die Wiedereinweihung des zweiten Tempels in Jerusalem 164 v. Chr. Seit 2017 lädt die Jewish Claims Conference Überlebende des Holocaust zur Feier ein - auch in München.

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Holocaust-Überlebende mahnen zu Kampf gegen Judenhass

In München haben Überlebende des Holocausts und ihre Angehörigen das jüdische Lichterfest Chanukka gefeiert. Der bayerische Antisemitismusbeauftragte Ludwig Spaenle rief zum beherzten Eintreten gegen Judenhass auf.

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Im Gedenken an die Judenverfolgung durch die Nationalsozialisten haben ranghohe bayerische Politiker zu einem entschiedenen Eintreten gegen Judenfeindlichkeit aufgerufen. Der bayerische Antisemitismusbeauftragte Ludwig Spaenle (CSU) sagte anlässlich der Internationalen Nacht der Überlebenden des Holocaust am Sonntag in München, es gehe um nichts Geringeres als um die Menschenwürde im Alltag.

"Wir müssen uns der Fratze des Judenhasses mit allen Mitteln entgegenstellen." Ludwig Spaenle (CSU), bayerischer Antisemitismusbeauftragter

Dieter Reiter: Kein Platz für Antisemitismus

Man müsse unmissverständlich klar machen, "dass für antisemitische Hassprediger bei uns kein Platz ist, nie wieder Platz ist", mahnte auch Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). Das bayerische Justizministerium teilte auf Anfrage mit, in den ersten drei Quartalen 2019 seien mehr als 130 antisemitische Straftaten im Freistaat registriert worden. Zum Vergleich: Für das gesamte Jahr 2018 wurden 219 Fälle gemeldet. Dabei berief sich das Ministerium auf eine Antwort auf eine aktuelle Landtagsanfrage der AfD.

München mit größter jüdischer Gemeinde Deutschlands

München sei damals ein Zentrum des Nationalsozialismus gewesen, sagte Reiter vor rund 300 Holocaust-Überlebenden und ihren Angehörigen. Immer, wenn es den Anschein habe, es werde ungemütlich, müsse die Gesellschaft aufstehen. München hat die größte jüdische Gemeinde Deutschlands.

"Gerade hier in München, darf es nie wieder unwidersprochen Antisemitismus geben, auch nicht in seiner kleinsten Form." Dieter Reiter (SPD), Oberbürgermeister von München

Gedenken auch in Jerusalem, Moskau, Paris und New York

Die Internationale Nacht der Überlebenden des Holocaust wird seit 2017 begangen. Neben München waren auch Veranstaltungen in Jerusalem, Moskau, Paris und New York geplant.

Weltweit lebten noch rund 400.000 Menschen, die die Judenverfolgung im Zweiten Weltkrieg erlebt hätten, sagte Rüdiger Mahlo von der "Claims Conference", die sich für die Belange der Überlebenden einsetzt. Er wies darauf hin, dass rund 40 Prozent der Überlebenden weltweit unterhalb der Armutsgrenze ihres jeweiligen Landes auskommen müssten.

"Die Erinnerung an den Holocaust lebendig zu halten, ist eine entscheidende und immer schwierigere Aufgabe", hatte Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern und selbst Überlebende, vorab gesagt. Jene, die berichten könnten, würden immer weniger, sagte sie nun. Dem Rassenwahn der Nationalsozialisten waren etwa in Konzentrationslagern rund sechs Millionen Juden zum Opfer gefallen.

Start des jüdischen Lichterfests Chanukka

Verbunden wurde die Zeremonie mit dem Entzünden der Kerzen der Menora zum Start des jüdischen Lichterfests Chanukka. Der achtarmige Leuchter ist eines der wichtigsten religiösen Symbole des Judentums. Das Lichterfest erinnert an die Neuweihe des Tempels in Jerusalem im Jahre 165 vor Christus.