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Holocaust-Gedenktag in Passau: Weit weg vom "Nie wieder" | BR24

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Zum ersten Mal haben Bayern, Österreich und Tschechien gemeinsam der Opfer der Nationalsozialisten gedacht. In Passau erinnerten Zeitzeugen und Politiker aus den drei Ländern gemeinsam an die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz vor 75 Jahren.

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Holocaust-Gedenktag in Passau: Weit weg vom "Nie wieder"

Beim trinationalen Gedenktag an die Opfer der Nationalsozialisten in Passau haben Vertreter aller teilnehmenden Länder eine wehrhafte Demokratie gefordert. Besonders Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) fand deutliche Worte.

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Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) hat beim Dreiländer-Holocaust-Gedenktag in Passau deutliche Worte gefunden: "Wir konnten das Versprechen 'Nie wieder!' nicht halten. Antisemitismus und andere Formen der Menschenfeindlichkeit sind nach wie vor verbreitet." Aigner forderte außerdem alle Demokraten auf, die Freiheit zu verteidigen: "Anfeindungen und Ausgrenzungen sind nicht nur Probleme einer betroffenen Gruppe", betonte sie. "Hass ist digital schon grenzenlos und tobt auch analog immer häufiger und heftiger."

Demokraten sollen Freiheit verteidigen

Aigner forderte in ihrer Rede außerdem alle Demokraten auf, die Freiheit zu verteidigen: "Anfeindungen und Ausgrenzungen sind nicht nur Probleme einer betroffenen Gruppe", betonte sie. "Hass ist digital schon grenzenlos und tobt auch analog immer häufiger und heftiger."

Historisches Geschehen müsse wachgehalten werden

Kein menschlicher Abgrund sei tiefer gewesen, als die massenhafte Vernichtung der Juden, sagte der Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, Karl Freller. "Wer daraus nicht lernen will, ist eine Gefahr für die Zukunft." Da die Zeugen der Zeit des grenzenlosen Mordens weniger würden, sei es umso mehr von zentraler Bedeutung, das historische Geschehen im Bewusstsein der Menschen wachzuhalten.

Grauen darf sich nicht wiederholen

Der Vorsitzende des Abgeordnetenhauses des tschechischen Parlaments, Radek Vondrácek, sagte in seiner Rede, er schätze es sehr, dass heute mitten in Europa an diese grausigen Ereignisse erinnert wird, da "das friedliche Zusammenleben der demokratischen Völker in Europa durch unsere gemeinsame Überzeugung begründet ist, dass wir nicht zulassen dürfen, dass sich dieses Grauen wiederholt."

Passau als Ort für den länderübergreifenden Gedenkakts

Der Gedenktag an die Opfer der Nationalsozialisten in Passau war der erste, den Vertreter aus Bayern, Tschechien und Österreich gemeinsam begingen. Hintergrund des Gedenktages ist die Befreiung des Konzentrationslagers Ausschwitz vor 75 Jahren. Für den länderübergreifenden Gedenkakt wählten der Bayerische Landtag und die Stiftung Bayerische Gedenkstätten die kreisfreie Universitätsstadt Passau, in deren Umgebung während der NS-Zeit drei Außenlager des Konzentrationslagers Mauthausen bestanden. Hier starben zwischen 1938 und 1945 mindestens 90.000 Menschen.

Vor der Veranstaltung hatten die Delegationen aus den drei Ländern gemeinsam mit Überlebenden und Vertretern der Opfergruppen am Passauer Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus einen Kranz niedergelegt.

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Beim trinationalen Gedenktag an die Opfer der Nationalsozialisten in Passau haben Vertreter aller teilnehmenden Länder eine wehrhafte Demokratie gefordert. Besonders Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) fand deutliche Worte.

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