Am Holocaust-Gedenktag wird der Nürnberger Oberbürgermeister Marcus König gemeinsam mit Jo-Achim Hamburger am Gedenkstein für die ehemalige Synagoge am Hans-Sachs-Platz einen Kranz niederlegen.
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Das Synagogendenkmal an der Nürnberger Spitalbrücke erinnert an die 1938 abgebrochene Hauptsynagoge am Hans-Sachs-Platz

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Holocaust-Gedenken in Nürnberg

Holocaust-Gedenken in Nürnberg

Der heutige 27. Januar ist offiziell dem Gedenken an die Holocaust-Opfer gewidmet. Die Stadt Nürnberg bindet Schüler ein. Auch der 1. FC Nürnberg bietet heute zwei virtuelle Veranstaltungen an. Dazu läuft eine Plakataktion von Studierenden.

Die zentrale Nürnberger Gedenkfeier zum Holocaust-Gedenktag musste auch in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. Trotzdem haben Schülerinnen und Schüler bereits am Dienstag (25.01.22) ihren Beitrag dazu in kleinerem Rahmen präsentiert. In der Reformationsgedächtnis-Kirche am Berliner Platz zündeten die Schülerinnen und Schüler des Johannes-Scharrer-Gymnasiums Kerzen an und trugen Texte vor, die sie zusammengetragen haben. Diese Texte sind Erinnerungen der Verfolgten, die deren Ängste und Leiden widerspiegeln.

Israelitische Kultusgemeinde lädt Jugendliche ein

Für den Vorsitzenden der Israelitischen Kultusgemeinde in Nürnberg, Jo-Achim Hamburger, ist es besonders wichtig, die Jugend in die Erinnerungen an den Holocaust einzubeziehen. "Die Jugend ist unsere Zukunft", sagte Hamburger. Er lud die Jugendlichen zu einem baldigen Besuch in die Israelitische Kultusgemeinde ein.

"Ich freue mich dort auf eine Diskussion und darauf, dass die jungen Menschen nicht nur über Juden reden, sondern auch sehen, wie sie leben." Jo-Achim Hamburger, Vorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde in Nürnberg

Bisher war ein entsprechendes Treffen zwar geplant, konnte aber ebenfalls wegen der Pandemie nicht stattfinden.

1. FC Nürnberg beteiligt sich am Holocaust-Gedenken

Bereits seit 2004 gedenken auch die Vereine der Ersten und Zweiten Bundesliga mit dem "Erinnerungstag im deutschen Fußball" auf Initiative von "!Nie wieder" am 20. und 21. Spieltag den Opfern des Nationalsozialismus. In diesem Jahr stehen Euthanasie-Opfer im Mittelpunkt des Gedenkens. Der 1. FC Nürnberg beteiligt sich an diesem Gedenken mit einer Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Universität Erlangen-Nürnberg.

Holocaust-Gedenken der Schüler und Schülerinnen des Johannes-Scharrer-Gymnasium Nürnberg

Bildrechte: BR24/Oliver Tubenauer

Nürnberger Schüler bei der Holocaust Gedenkveranstaltung

Vortrag am 27. Januar: Befreiung von KZ Auschwitz

Am 27. Januar 2022 jährt sich zum 77. Mal der Tag, an dem die Überlebenden im Konzentrationslager Auschwitz befreit wurden. Wie der Verein bekannt gibt, findet aus diesem Anlass am Donnerstagabend (27.1.22), um 18.00 Uhr, mit Unterstützung der Experten und Expertinnen des Forschungsprojekt NS-"Euthanasie" der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg ein Online-Vortrag über NS-Krankenmorde in der Erlanger Heil-und Pflegeanstalt statt. In Franken ist die Einrichtung als "Hupfla" bekannt. Der Vortrag klärt über die Krankenmorde auf und erzählt die Lebensgeschichten einiger Opfer.

Fußballfans mit Behinderung im Max-Morlock-Stadion

Auch heute gebe es noch immer Vorbehalte und Vorurteile gegen Menschen aufgrund ihrer körperlichen, geistigen oder psychischen Behinderung, heißt es auf der Webseite des Vereins. Um diese abzubauen, lädt der Club Fans mit und ohne Behinderung zu einer Gesprächsrunde am Mittwoch, den 02. Februar von 18.00 bis 19.30 Uhr, ein. Dabei sollen die Fans zu Wort kommen. Ein Thema des Gesprächs soll auch der barrierefreie Stadionbesuch sein. Zur Teilnahme der Veranstaltungen ist eine Anmeldung unter UnserClub.de erforderlich.

Kranzniederlegung durch OB König am 27. Januar

Obwohl viele Veranstaltungen zum Holocaust-Gedenktag abgesagt worden sind, soll es doch einen kurzen offiziellen Termin der Stadt Nürnberg geben. Oberbürgermeister Marcus König (CSU) will am kommenden Donnerstag gemeinsam mit Jo-Achim Hamburger am Gedenkstein für die ehemalige Synagoge am Hans-Sachs-Platz einen Kranz niederlegen.

Plakataktion von Studierenden in der Stadt

Anlässlich des heutigen Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus haben sich außerdem auch Nürnberger Mitglieder der Jüdischen Studierendenunion an einer bundesweiten Plakataktion beteiligt. Plakate und Banner sollen Orte sichtbar machen, die für das jüdische Leben eine Bedeutung haben, heißt es in einer Pressemitteilung der Organisatoren.

Es würden gezielt Plätze ausgewählt, an denen keine Mahnmäler, Gedenktafeln oder Stolpersteine zu finden sind. In Nürnberg haben die Verantwortlichen unter anderem den Hauptmarkt, die Judengasse sowie den Platz vor der Galeria-Kaufhof-Filiale in der Königstraße dafür ausgewählt, teilten sie dem BR auf Anfrage mit. In 14 weiteren Städten sollen ebenfalls Aktionen stattfinden.

Bildrechte: BR

Am Gedenken an die Befreiung des KZ Auschwitz haben sich in Nürnberg u.a. die jüdische Studierendenunion und der 1. FC Nürnberg beteiligt.

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