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Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek, CSU

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Holetschek: "Es hängt nach wie vor am Zulauf des Impfstoffs"

Ein leeres Corona-Impfzentrum in Regen, Kritik von den Hausärzten und ungeklärte Fragen zu den Auffrischungsimpfungen und der Maskenpflicht: Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek bezog im BR24Live Stellung.

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Von
  • Patrizia Kramliczek

Wie geht es weiter mit den Covid-19-Impfungen und der Maskenpflicht? Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) konnte im BR24Live heute Mittag auf etliche Fragen keine konkreten Antworten geben, verwies aber auf bisherige Erfolge.

Heute leeres Impfzentrum in Regen

Auf die zentrale Frage, warum immer noch viele auf ihre Covid-19-Impfung warten, antwortete Holetschek: "Es hängt nach wie vor am Zulauf des Impfstoffs." 46 Prozent der bayerischen Bevölkerung ist derzeit mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft, 26 Prozent vollständig. Doch ein Blick, den BR-Korrespondentin Sarah Beham ins Impfzentrum im niederbayerischen Regen warf, zeigte: alles leer. Heute Mittag waren keine Impflinge da und der Kühlschrank, in dem Impfstoffe bereit gehalten werden sollte, war ebenfalls leer. Der ärztliche Leiter des Impfzentrums Stefan Brücklmayer nannte den Grund dafür: "Es gibt keinen Impfstoff für Erstimpfungen für uns als Impfzentrum." Morgen würde es zwar mit Zweitimpfungen weitergehen, aber auch da sei eine gewisse Knappheit vorhanden. "Uns würde es helfen, für Impfstoff eine Mindestmenge pro Woche planbar festlegen zu können", so Brücklmayer. "Das würde viele einfacher machen." Für Impfstoffe, merke Holetschek an, sei der Bund zuständig. Auch der bayerische Gesundheitsminister "hätte gerne mehr".

Probleme im Impfzentrum wegen digitaler Impfnachweise

Auch beim digitalen Impfnachweis läuft noch nicht alles rund in dem Impfzentrum in Regen. Neben anfänglichen Schwierigkeiten, dass anfangs das Programm nicht funktioniert habe, bestehe jetzt das "Riesenproblem", dass über 10.000 Personen schon vor dem 10. Juni geimpft worden seien, für die das Impfzentrum die Nachweis-Code nicht ausdrucken könne. "Bei uns laufen die Telefone heiß und wir werden beschimpft, warum wir das nicht können", berichtet der ärztliche Leiter des Impfzentrums. Derzeit stellen Impfzentren nur bei aktuellen Impfungen den digitalen Impfnachweis aus. Für zurückliegende Impfungen übernehmen das seit heute Apotheken.

Die Frage von BR24-Usern, ob es ausreicht, eine laminierte Kopie des Impfpasses dabei zu haben, will Holetschek noch klären. Derzeit rät er, das Original mitzunehmen.

Impfzentrum Regen: Vergabe von Impftermin problematisch

Und noch auf ein weiteres Problem wies der ärztliche Leiter des Impfzentrums in Regen hin: Es würde immer schwieriger die Impftermine über das digitales System BayIMCO zu vergeben. "Um einen Impftermin zu besetzen, müssen wir fünf Einladungen rausschicken." Brücklmayer warf die Frage nach passenderen Lösungen als den stationären Impfzentren mit ihrer großen Logistik auf, zum Beispiel mobile Impfteams.

Holetschek entgegnete, dass es mobile Impfteams schon gebe. Aber er stimmte zu, dass entschieden werden müsse, wie es mit den Impfzentren weitergehe, wie sie angepasst werden müssen. "Da sind wir gerade in der Entwicklung“, so Holetschek weiter, der dabei auf die Gesundheitsministerkonferenz am Donnerstag verwies.

Bemühen um bessere Kommunikation

Sowohl der ärztliche Leiter des Impfzentrums in Regen als auch von Hausärzte kritisieren, dass sie schlecht informiert würden. Holetschek gestand zu, dass die Kommunikation besser werden könne, verwies aber auf ein Steuergremium, das sich jeden Mittwoch zusammenschalte und an dem Ärzte beteiligt seien.

Auffrischungsimpfung: Warten auf Empfehlung der Stiko

Zu den Auffrischungsimpfungen gibt es laut Holetschek noch keine abschließende Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko). "Wir brauchen schnell wissenschaftlich belastbare Daten“, so der Minister.

Bei der Lockerung der Maskenpflicht gibt sich Holetschek vorsichtig. Dort, wo es möglich sei, könne man eine Lockerung der Maskenpflicht im Auge behalten. Allerdings verwies Holetschek auch auf die Delta-Variante des Virus, die zuerst in Indien aufgetreten ist. Diese sei 40 Prozent ansteckender als die Alpha-Variante.

Holetschek zur Maskenpflicht, digitalem Impfnachweis und der Impf-Geschwindigkeit im BR24Live

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Die Priorisierung bei der Corona-Impfung ist aufgehoben, dennoch ist weiter Geduld gefragt. Die Wartelisten bei den Hausärzten sind lang, die Kühlschränke in den Impfzentren leer. Was sagt Gesundheitsminister Holetschek dazu?

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