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Nach dem Impfgipfel: Bayerns Gesundheitsminister Holetschek im B5-Thema des Tages

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Holetschek nach Impfgipfel: "Teilweise nicht befriedigend"

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek hat nach dem Impfgipfel "gemischte Gefühle": Einerseits lobte er auf B5 aktuell Kanzlerin Merkel. Andererseits bemängelt er die weiterhin große Planungsunsicherheit. Von Schuldzuweisungen hält er nichts.

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Von
  • Michael Küster

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hat die Ergebnisse des gestrigen Impfgipfels von Bund, Ländern, Herstellern und EU als teilweise "nicht befriedigend" kritisiert. Man habe "nicht so viel mehr Planungssicherheit als wir vorher schon hatten", sagte Holetschek im Thema des Tages auf B5 aktuell.

"Schuldzuweisungen bringen uns nicht weiter"

Zwar lobte Bayerns Gesundheitsminister Bundeskanzlerin Angela Merkel, weil sie mit diesem Impfgipfel das Thema nochmals zur Chefsache erklärt habe. Dennoch: "Ich habe gemischte Gefühle. Ich bleibe dabei, dass der Maßstab sein muss, viel Impfstoff zu haben, der verlässlich und planbar geliefert wird."

Und genau das bleibt auch weiter das große Problem. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet noch "bis in den April hinein" mit Lieferengpässen bei den Covid-Vakzinen. Holetschek verlangt auch deshalb: das System müsse weiter beobachtet, Fehler sollten eingeräumt, Lehren gezogen werden. Er äußerte Verständnis für jeden und jede, die derzeit keinen Impftermin bekommen. Aber: Die Frage, wer für den sehr schleppenden Start in Deutschland verantwortlich ist, hat für den bayerischen Gesundheitsminister nicht höchste Priorität:

"Schuldzuweisungen bringen uns nicht weiter." Klaus Holetschek, Gesundheitsminister Bayern

Holetschek wollte diesbezüglich keinem den "Schwarzen Peter" zuschieben - obwohl er den dann doch am ehesten bei der EU sehen würde. Diese hätte wohl nicht so genau hingeschaut und Lieferengpässe unterschätzt, sagte der Gesundheitsminister im B5-Interview. Man müsse den Menschen sagen, dass jeder, der möchte, sich bis Ende des Sommers impfen lassen kann.

Holetschek sieht Patentabkauf kritisch

Eine Möglichkeit, schneller an mehr Impfstoff zu kommen wäre, den Herstellern die Patente abzukaufen, um selbst produzieren zu können. Diesen Patent-Abkauf lehnt Holetschek jedoch ab. Zugleich soll seiner Ansicht nach der Standort Bayern gestärkt und mehr Impfstoff im Freistaat produziert werden.

Der heutigen Kabinettssitzung in München wollte der CSU-Politiker nicht vorgreifen. Die Ministerrunde berät über das weitere Vorgehen in Sachen Impfungen im Freistaat. Dabei dürfte es ebenfalls um die aktuellen Probleme wegen des fehlenden Impfstoffs gehen. Im Freistaat kommt wie in den anderen Bundesländern die Impfung der Bevölkerung nur langsam voran.

Beim gestrigen Impfgipfel hatten sich Bund, Länder, EU und Impfhersteller ausgetauscht. Die Ergebnisse beschränkten sich wie zu erwarten vor allem auf Absichtserklärungen: So soll es ab dem zweiten Quartal mehr Lieferungen geben - soweit möglich auch verbunden mit verlässlichen Terminen. Kanzlerin Merkel versprach, bis Endes des Sommers jedem und jeder ein Impfangebot zu machen.

322 Millionen Dosen sollen in diesem Jahr verfügbar sein

Die Opposition im Bundestag äußerte sich enttäuscht über die Ergebnisse des Gipfels. Kommunalvertreter reagierten verhalten positiv. Es sei ein gutes Signal, dass bis Ende des Sommers allen Bürgerinnen und Bürgern ein Impfangebot gemacht werden könne, hieß es vom Städte- und Gemeindebund. Hauptgeschäftsführer Landsberg lobte in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe auch, dass Pharmaunternehmen eine intensivere Zusammenarbeit signalisiert hätten.

Nach Einschätzung der Bundesregierung werden die Lieferungen im Sommer deutlich anziehen. Insgesamt sollen in diesem Jahr bis zu 322 Millionen Impfdosen zur Verfügung stehen.

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