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Bildrechte: picture alliance/dpa / Armin Weigel

Gesundheitsminister Holetschek plädiert dafür Geimpften und Genesenen bald ihre Rechte zrückzugeben. In der Pandemie müsse die Gesellschaft aber vor allem Solidarität beweisen, sagte er beim BR-Stammtisch.

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Holetschek: Gesundheitssystem jetzt gegen Long Covid rüsten

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hat zu mehr Engagement im Kampf gegen die Langzeitfolgen von Covid-Erkrankungen aufgefordert. In Bayern könnten mehr als 60.000 Menschen von den schweren Long-Covid-Spätfolgen betroffen sein.

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  • BR24 Redaktion

Der bayerische Gesundheitsminister geht davon aus, dass in einigen Monaten ein großer Teil der Bürgerinnen und Bürger geimpft sein werde. Dadurch, so Holetschek, dürften die Infektionszahlen spürbar sinken.

Doch die Behandlung der Langzeitfolgen einer Erkrankung mit dem Corona-Virus, auch Long Covid genannt, würden das Gesundheitssystem über die eigentliche Pandemie hinaus beschäftigen. "Wir müssen jetzt die Weichen stellen, um auch über die akute Pandemie hinaus gerüstet zu sein. Denn wir dürfen die Langzeitfolgen einer Covid-19-Erkrankung nicht unterschätzen", sagte Holetschek am Sonntag. Patienten mit dem Post-Covid-Syndrom müsse eine adäquate Behandlung angeboten werden. Bund und Länder seien dabei gleichermaßen gefordert.

"Long Covid" auch bei Patienten mit mildem Verlauf

Als "Post-Covid-Syndrom" oder "Long Covid" werden langanhaltende Krankheitssymptome bezeichnet, die bei einigen Patienten nach einer akuten Covid-19-Erkrankung auftreten. Experten berichten zunehmend von Betroffenen, die zuvor in der akuten Phase teilweise nur einen milden Krankheitsverlauf hatten.

Zu den möglichen Spätfolgen einer Covid-19-Infektion gehören Lungenfunktionsstörungen, Herzbeschwerden, geringere Leistungsfähigkeit, Schmerzen und Erschöpfungszustände sowie psychische Beschwerden wie Depressionen oder Angstzustände.

Spätfolgen bei rund 10 Prozent der Erkrankten

Fachleute schätzen, dass etwa zehn Prozent aller Infizierten mit Langzeitfolgen zu kämpfen haben dürften. Das entspräche in Bayern aktuell rund 60.000 Menschen. Die Dunkelziffer könnte aber noch höher liegen. "Wir haben es mit einem neuen Krankheitsbild zu tun, das sich in verschiedenen Formen zeigt und über das wir insgesamt noch zu wenig wissen", erklärte Holetschek.

Post-Covid-Ambulanzen in bayerischen Städten

Die bayerischen Universitätskliniken in München, Erlangen-Nürnberg, Würzburg und Regensburg hätten bereits Post-Covid-Ambulanzen eingerichtet. Die Uniklinik Augsburg baue eine solche gerade auf. Als nächsten Schritt müsse das System in der Fläche ausgeweitet werden. Auch die Reha-Einrichtungen in Bayern müssten einbezogen werden.

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