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Holetschek: Fast eine Million Impfdosen für Bayern im Februar | BR24

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Bildrechte: dpa/pa/Karl-Josef Hildenbrand

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek spricht mit BR-Reporter Julian von Löwis im B5-Interview der Woche über Corona-Impfungen und Lockerungen.

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Holetschek: Fast eine Million Impfdosen für Bayern im Februar

Nehmen die Corona-Impfungen Fahrt auf? Bayern erhält heute die ersten Lieferungen von Astrazeneca. Bis Ende des Monats erwartet Gesundheitsminister Holetschek rund 950.000 Dosen verschiedener Hersteller. Im BR warnt er aber vor frühen Lockerungen.

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Von
  • BR24 Redaktion
  • Julian von Löwis

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) erwartet bis Ende Februar 950.000 Impfdosen. Noch an diesem Wochenende sollen 50.000 Einheiten vom Hersteller Astrazeneca an die Impfzentren geliefert werden. Was das Bundesgesundheitsministerium bekanntgab, hat Bayerns Gesundheitsminister Holetschek nun im "Interview der Woche" auf B5 aktuell bestätigt.

Impfzentren erhalten endlich Impfstoff

Die 100 Impfzentren in Bayern werden nach Holetscheks Angaben in den nächsten vier Wochen insgesamt mit fast einer Million Dosen der Hersteller Astrazeneca, Biontech/Pfizer und Moderna bestückt. Allein Astrazeneca wolle im Februar und der ersten Märzwoche 504.000 Dosen nach Bayern liefern. Bis Anfang März könnte sich damit das Impftempo nun deutlich beschleunigen. In dem Zeitraum kommen von Biontech/Pfizer dem Ministerium zufolge weitere 410.000 Impfstoff-Dosen und von Moderna knapp 30.000.

Bayern hat seit dem Impfstart am 27. Dezember vor allem in Altenheimen und an Personal des Gesundheitswesens gut eine halbe Million Erst- und Zweitimpfungen verabreicht. Mobile Impfteams hätten bereits mehr als 94 Prozent der Einrichtungen besucht, mehr als 90.000 Bewohner wurden geimpft (Stand 3. Februar 2021). Das entspräche einer Quote von etwa 74 Prozent. Rechnet man die bestehenden Anmeldungen hinzu, liegt die Quote bei 77 Prozent, so das bayerische Gesundheitsministerium.

"Besonders freut es mich, dass darunter schon 160.661 Zweitimpfungen sind. Diese Menschen haben also schon einen vollen Impfschutz." Klaus Holetschek, bayerischer Gesundheitsminister

Impfwillige können sich online über das Portal BayIMCO registrieren, auch die telefonische Anmeldung im örtlichen Impfzentrum über die bundesweite Nummer 116 117 ist möglich. Senioren und Angehörige klagen aber oft über das schwer zu handhabende Anmeldesystem.

Dritter Impfstoff für dieses Wochenende erwartet

Für die Corona-Impfungen steht nun der dritte Impfstoff zur Verfügung: An diesem Wochenende werden in den Bundesländern die ersten Lieferungen von Astrazeneca erwartet. Es sollen insgesamt für Deutschland 345.600 Impfdosen sein, heißt es vom Bundesgesundheitsministerium. Insgesamt will Astrazeneca nach eigenen Angaben bis Anfang März rund 3,2 Millionen Impfdosen liefern. Die Ständige Impfkommission hat das Mittel nur für unter 65-Jährige empfohlen. Das führt dazu, dass es zunächst vor allem Pflegekräften, medizinischem Krankenhauspersonal und Mitarbeitern in Impfzentren verabreicht werden soll.

Holetschek warnt vor Lockerungen

In der Debatte über eine mögliche Verlängerung des Lockdowns oder Lockerungen will Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek vom bisherigen Vorsatz "Vorsicht und Umsicht" nicht abweichen. Vor dem Treffen der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin kommende Woche sagte er im B5-Interview der Woche: "Wir müssen im Auge behalten: Wenn wir öffnen - und da sind Schulen und Kindergärten sicher vorne dabei -, muss es nachhaltig sein. Nicht nur für zehn Tage, sondern mit Perspektive."

Für Schulen und Kitas werde gerade ein neues Testkonzept erarbeitet, erklärte Holetschek. Details dazu wollte er nicht nennen, dafür sei es zu früh. Zu der von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) angestoßenen Diskussion über die Öffnung von Friseurläden sagte Holetschek, dass er hier nichts versprechen könne. Er glaube aber, dass die Friseure und Friseurinnen ebenfalls bei einer etwaigen Öffnung dabei sein könnten.

Um das Auftreten neuer, ansteckenderer Virus-Mutanten in Bayern nachzuweisen, arbeitet das Gesundheitsministerium daran, die Datenlage zu verbessern: Neben der Kooperation mit bayerischen Unikliniken (dort könnten bis zu 700 sogenannte Sequenzierungen pro Woche durchgeführt werden) sei außerdem ein neuer PCR-Test im Einsatz, der bereits Hinweise auf mögliche Varianten des Virus gibt. Hinsichtlich der Virus-Mutanten bestehe kein Anlass für Panik, sagt Holetschek. Aber man müsse die Angelegenheit sehr ernst nehmen.

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