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Ausflugsort und Ruhepol: Die "Tausendjährige Eiche" | BR24

© BR/Julia Ruhs

In Thalmassing steht eine der ältesten Eichen Deutschlands. Der Legende nach soll sie über tausend Jahre alt sein. Trotz des hohen Alters hat diese Eiche seit einiger Zeit Kinder bekommen - so um die 90 Stück.

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Ausflugsort und Ruhepol: Die "Tausendjährige Eiche"

Sie ist eine idyllische Ruhestätte in der Region: Die Wolfgangseiche in Thalmassing. Laut Legende soll sie mehr als 1000 Jahre alt sein. Trotz ihres hohen Alters hat sie mit etwas Hilfe Kinder bekommen: sogar gleich um die 90 Stück.

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Für Kinder ist sie ein Kletterparadies, für Familien ein Ruhepol, für Wanderer eine idyllische Raststätte – die „tausendjährige“ Wolfgangseiche in Thalmassing im Landkreis Regensburg. in Wirklichkeit ist sie wohl eher um 600 Jahre alt und damit trotzdem eine der ältesten Eichen Deutschlands. Mittlerweile ist sie von Furchen durchzogen, ihre Äste sind auf Stütze angewiesen. Sie hat über die Jahrhunderte hinweg Stürme und Kriege überstanden, wegen zwei Bränden ist sie im Inneren hohl. Diese Beständigkeit gegen all die Widrigkeiten schafft Raum für allerlei Mythen und Glauben – sie ist bis heute ein sagenumwobener Ort.

Name der Eiche stammt vom Heiligen Wolfgang

Ihren Namen hat sie vom Heiligen Wolfgang, einem der ersten Bischöfe von Regensburg. Er soll der Legende nach unter der Eiche gepredigt haben. Auch wenn das wohl eher in das Reich der Sagen verbannt werden kann – ein christlicher Ort ist der Baumriese noch heute. Alljährlich findet im Juli ein Gottesdienst unter der Eiche statt, nur die Corona-Pandemie ließ die Messe im Grünen dieses Jahr ausfallen.

Nachkommen sollen die Eiche für die Zukunft bewahren

Damit die alte Eiche noch weitere Jahrzehnte übersteht, wurde sie 1972 ausgiebig saniert. Doch auch damit wird der Baum wohl nicht ewig leben. Die alte Eiche trotzdem für die Zukunft zu bewahren – das ist der Wunsch von Karl Pröpstl, Ehrenvorsitzender des Kreisverbands Regensburg für Gartenkultur und Landespflege. Deshalb sammelten er und seine Frau im Jahr 2008 Wolfgangs-Eicheln und pflanzten sie mit etwas Hilfe ein. Mittlerweile sind daraus etwa 90 Pflänzchen gewachsen. Im ganzen Landkreis hat er sie an die Obst- und Gartenbauvereine verteilt. „Mit dem Hintergedanken, dass dieses einzigartige Naturdenkmal wieder mehr ins Bewusstsein der Bevölkerung gerückt wird. Und vor allem auch, dass spätere Generationen wissen, dass dieses Naturdenkmal existiert hat.“

Ein Sprössling direkt vor der alten Eiche

Ganz in der Nähe der Wolfgangseiche steht nun einer dieser Nachkömmlinge – er gedeiht prächtig. Ernst Kulzer, Vorsitzender des Gartenbauvereins Thalmassing, weiß auch den Grund dafür: „Das ist der gute Standort, der auch der alten Eiche schon guttat. Und mit dem Vorbild direkt vor der Nase wächst er umso besser heran.“ Auch vor dem Landratsamt steht ein Sprössling der Eiche, erst auf den zweiten Blick ist zu erkennen, dass das kein Unkraut, sondern eine kleine Eiche ist.

Auch Raffael Parzefall, Bürgermeister und Ortsheimatpfleger von Thalmassing, hat großen Respekt vor dem uralten Baum. Auch, weil sie nicht durch Menschenhand entstanden ist wie andere Bauwerke, sondern die Natur sie selbst hervorgebracht hat: „Erst wenn man sich mit der Eiche näher beschäftigt, dann wird einem erst bewusst, wie alt sie ist und wie viel die schon gesehen hat. Das macht es bemerkenswert und ist eigentlich das Imposante daran.“

© Julia Ruhs

Der Stamm der Wolfgangseiche ist wegen zwei Bränden hohl.

© Julia Ruhs

Das Schild vor der Eiche, gestiftet vom Gartenbauverein Thalmassing-Luckenpaint.

© Julia Ruhs

Das Merkmal der Wolfgangseiche: Ein Ast, der der in nur 1,5 Meter Höhe fast zwölf Meter horizontal nach außen wuchs.

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Nachkömmling der Wolfgangseiche vor dem Landratsamt

© Julia Ruhs

Einer der Nachkömmlinge, er steht nicht weit entfernt von der alten Eiche. Er gedeiht (vielleicht auch deswegen) prächtig.