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Hoher Corona-Wert: München verbietet Alkoholausschank ab 22 Uhr | BR24

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München hat erneut den Corona-Grenzwert überschritten. Die Stadt zieht nun Konsequenzen. In Lokalen darf ab 22 Uhr kein Alkohol mehr ausgeschenkt werden, in Teilen der Innenstadt gilt erneut eine Maskenpflicht.

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Hoher Corona-Wert: München verbietet Alkoholausschank ab 22 Uhr

München hat erneut den Corona-Grenzwert überschritten. Die Stadt zieht nun Konsequenzen. In Lokalen darf ab 22 Uhr kein Alkohol mehr ausgeschenkt werden, in Teilen der Innenstadt gilt erneut eine Maskenpflicht. Die Regeln gelten ab Mittwoch.

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Von
  • BR24 Redaktion
  • Birgit Grundner

Nachdem die Stadt München erneut den Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten hat, werden am Mittwoch die Corona-Regeln verschärft. In der Gastronomie darf ab 22 Uhr kein Alkohol mehr ausgeschenkt werden. In Teilen der Innenstadt gilt zudem wieder eine Maskenpflicht, hieß es nach einer Krisensitzung des Stabs für außergewöhnliche Ereignisse unter Leitung von Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). Treffen sind nur noch mit bis zu fünf Personen erlaubt. Am nächsten Wochenende gilt an mehreren bekannten Treffpunkten auch wieder ein abendliches Freiluft-Trinkverbot.

Alle Maßnahmen sollen bis zum 27. Oktober gelten.

Maskenpflicht in Teilen der Innenstadt

Die Maskenpflicht von 9 bis 23 Uhr gilt konkret in der kompletten Fußgängerzone einschließlich Schützenstraße, Stachus, Marienplatz, Sendlinger Straße und Sendlinger-Tor-Platz sowie auf dem Viktualienmarkt und auf den Gehwegen im Tal.

Zusammenkünfte und Alkohol stärker beschränkt

Treffen sind – egal ob privat, im Freien oder an einem Lokaltisch – nur noch mit bis zu fünf Personen oder mit Angehörigen des eigenen Hausstands, Partnern, Verwandten "in gerader Linie", Geschwistern und Angehörigen eines weiteren Hausstands erlaubt. An Veranstaltungen wie Hochzeiten, Beerdigungen oder Vereinssitzungen dürfen in geschlossenen Räumen weiterhin 25 Personen teilnehmen. Unter freiem Himmel dürfen es aber nur noch 50 sein – also halb so viele wie momentan.

An den Wochenenden wird an den bekannten "Hotspots" Baldeplatz, Gärtnerplatz, Gerner Brücke, Wedekindplatz sowie an den Isarauen zwischen Reichenbachbrücke und Wittelsbacherbrücke zudem wieder ein nächtliches Alkoholverbot ausgesprochen. Das betrifft den "To Go"-Verkauf ab 21 Uhr und den Konsum ab 23 Uhr bis 6 Uhr früh.

Kirchweihdult darf stattfinden

Die Kirchweihdult kann wie geplant am Samstag starten - mit Hygienekonzept, Maskenpflicht und höchstens 500 Besuchern gleichzeitig. Abgesagt werden dagegen die Bürgerversammlungen für Hadern, Trudering-Riem, Sendling-Westpark und Ramersdorf-Perlach.

An den Schulen und bei der Kinderbetreuung bleibt es wie bisher bei "Stufe Gelb". Hier sei "derzeit kein erhöhtes Ausbruchsgeschehen zu verzeichnen", heißt es bei der Stadt. Aktuell sind 39 von rund 5.000 Schulklassen und 30 von 4.500 Kinderbetreuungsgruppen in Quarantäne.

Reiter: "Sind an einem entscheidenden Punkt"

"Wir sind jetzt an einem entscheidenden Punkt, ob wir die Verbreitung des Coronavirus weiter eindämmen können oder sich das Virus unkontrolliert ausbreitet, was dann wesentlich drastischere Maßnahmen nach sich ziehen würde", betont Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD): "Jetzt sind wir alle gefordert, Verantwortung zu übernehmen, um uns und andere zu schützen und so einen zweiten Lockdown zu verhindern."

An die Adresse derer, die auf die derzeit relativ geringe Belegung der Münchner Krankenhausbetten mit Corona-Patienten verweisen, erklärt der OB, dass sich die Situation sehr schnell ändern könne, wenn man jetzt nicht entschlossen handle: "Wenn die Krankenhäuser voll sind, das mussten unsere europäischen Nachbarn leidvoll erfahren, dann ist es schon zu spät."

Sieben-Tage-Inzidenz bei 50,6

In München ist die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen pro 100.000 Einwohner wieder angestiegen. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz beträgt laut Robert Koch-Institut vom Morgen 50,6.

Auch angrenzende Landkreise mit hohen Werten

Auch der Landkreis Fürstenfeldbruck im Westen Münchens liegt über dem Alarmwert von 50: Dort müssen alle Schüler ab der fünften Klasse nun wieder Masken im Unterricht tragen. Das hatte das Landratsamt in einer Allgemeinverfügung angeordnet, die seit Samstag gilt.

Auch der Landkreis Dachau will seine Corona-Regeln verschärfen. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist zuletzt von 34,44 (Freitag) auf aktuell knapp über 42 gestiegen. "Bei gleichbleibender oder steigender Inzidenz" wird voraussichtlich am Donnerstag eine Allgemeinverfügung in Kraft treten, die unter anderem eine begrenzte Teilnehmerzahl für private Feiern vorsieht - 25 Personen in Räumen, 50 Personen im Freien. Schüler ab der fünften Klasse müssen auch im Klassenzimmer eine Maske tragen, sofern der Mindestabstand von 1,5 Meter nicht eingehalten werden kann. In Kindertageseinrichtungen und Horten müssen feste Gruppen gebildet werden. "Der Besuch mit leichtem Schnupfen und/oder gelegentlichem Husten ohne Fieber und ohne Kontakt zu infizierten Personen ist jedoch vorerst weiterhin zulässig", heißt es in einer Mitteilung des Landratsamts .

💡 Was bedeutet die "Sieben-Tage-Inzidenz"?

Die Sieben-Tage-Inzidenz zeigt an, wie viele Menschen in einer Stadt oder einem Landkreis in einem Zeitraum von sieben Tagen positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Um den Wert vergleichbar zu machen, wird er pro 100.000 Einwohner angegeben. Berechnet wird er ganz einfach: Man addiert die täglich gemeldeten Neuinfektionen der vorangegangenen sieben Tage, teilt die Summe durch die Einwohnerzahl von Stadt oder Landkreis und multipliziert dies mit 100.000. Im Mai haben Bund und Länder die Sieben-Tage-Inzidenz als Richtwert für lokale Corona-Maßnahmen festgelegt.

In Bayern gibt es einen Frühwarnwert: Ab 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen sollten Städte und Gemeinden Maßnahmen zur Eindämmung überprüfen. Ab dem bundesweiten Grenzwert von 50 Neuinfektionen sollten Lockerungen zurückgenommen werden. (BR24)

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Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter hat am Montagnachmittag weitere Auflagen im Kampf gegen das Coronavirus angekündigt. Grund ist die gestiegene Fallzahl in München.

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