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Hohe Verluste: Frost setzt Getreide in Unterfranken zu | BR24

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Der Spätfrost Anfang Mai hat den Landwirten in Unterfranken mächtig zugesetzt. Bei der Wintergerste müssen sie bis zu 90 Prozent Ausfälle hinnehmen. Diese Ernteeinbußen haben aber auch Auswirkungen auf die Schweinehalter.

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Hohe Verluste: Frost setzt Getreide in Unterfranken zu

Ein paar Stunden war es Anfang Mai zu kalt – dies hat gereicht, um die Wintergerste in ganz Nordbayern massiv zu schädigen. Landwirte berichten von Ausfällen von über 50 Prozent. Bauern fürchten daher um die Verfügbarkeit von Futter.

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Der Frost Anfang Mai hat den Winzern in Mainfranken mächtig zugesetzt. Aber nicht nur denen. Auch die Landwirte müssen wegen des Spätfrostes bei der Wintergerste große Einbußen hinnehmen. Die Rede ist teilweise von Ernteausfällen von bis zu 90 Prozent.

Keine Körner in den Ähren

Auf dem Feld von Markus Strohmenger nahe Ettleben im Landkreis Schweinfurt sieht die Wintergerste für den Laien aus wie immer. Doch in den Ähren sind keine Körner. Der Schaden ist beträchtlich. "600 bis 800 Euro pro Hektar fehlen – das sind 60 bis 70 Prozent Ausfall", sagt der 31-Jährige Landwirt. Strohmenger bewirtschaftet rund 150 Hektar Ackerland rund um Ettleben. Schon sein Großvater war hier als Bauer aktiv. Doch die Zeiten sind hart geworden: Dürresommer, extreme Temperaturen und jetzt auch noch der Spätfrost.

Futter muss möglicherweise zugekauft werden

Die Missernte bei der Wintergerste hat heuer auch Auswirkungen auf seine Kollegen. Clemens Schmittfull aus Egenhausen ist auf die Wintergerste angewiesen. Er verfüttert das Getreide an seine 150 Schweine. "Ich muss, wenn der Vorrrat aus dem Vorjahr nicht reicht, dann zukaufen." Schmittfull baut das Futter für seine Schweine normalerweise selbst an. Doch auch bei ihm hat der Frost zugeschlagen. "Etwa ein Drittel der Wintergerste, die wir anbauen, ist erfroren."

Durch Verlust: Gerste als Stroh ernten

Wie geht es nun weiter? Die Wintergerste mit dem Mähdrescher einzubringen lohnt sich nicht – das wäre zu teuer. Günstiger wäre es, die Gerste stehen zu lassen und sie später als Stroh zu ernten. Oder man schafft alles in die Biogasanlage. Eines scheint sicher: Die Wintergerste als Futter wird in diesem Jahr wohl knapp werden. Dies könnte auch zu Preissteigerungen bei der Wintergerste führen.

Wetter und Bürokratie setzen Landwirten zu

Existenzbedrohend ist der Ernteausfall für Clemens Schmittfull glücklicherweise nicht. Der Landwirt hat vorgesorgt und sich breit aufgestellt. Neben dem Anbau der Wintergerste und der Schweinezucht hat er auch noch 84 Rinder im Stall stehen und Geflügel im Angebot. Außerdem besitzt er Anteile an der Biogasanlage des Ortes. Trotzdem schmerzt der Ausfall bei der Wintergerste. "Wenn wir das gewusst hätten, dass der Regen so kommt wie jetzt, dann hätten wir vielleicht noch einen Silo-Mais angebaut. Aber das hat bürokratische Hürden mit Mehrfachantrag, Düngebedarfsermittlung usw. – und deswegen haben wir davon Abstand genommen." Also nicht nur das Wetter – auch die zunehmende Bürokratie nervt die Landwirte.

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