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Hohe Haftstrafen für Betrug mit elektronischen SIM-Karten | BR24

© pa-dpa

Strafjustizzentrum Würzburg

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    Hohe Haftstrafen für Betrug mit elektronischen SIM-Karten

    Das Landgericht Würzburg hat einen Mann aus dem Raum Würzburg wegen vielfachen Betrugs mit elektronischen SIM-Karten zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Der Mann hatte mit seiner Frau online unter fremdem Namen teure Uhren und Kleidung bestellt.

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    Wegen vielfachen Betrugs mit elektronischen SIM-Karten muss ein Mann aus dem Landkreis Würzburg für sechs Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Würzburg verurteilte den 33-Jährigen wegen 53-fachen gewerbsmäßigen Computerbetrugs und außerdem wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Die gleichaltrige Ehefrau erhielt eine zweijährige Bewährungsstrafe.

    Mit gestohlenen Identitäten im Internet bestellt und Geld überwiesen

    Die Strafkammer sah es als erwiesen an, dass das Ehepaar bundesweit unter fremdem Namen unter anderem teure Uhren und Kleidung im Internet bestellt hatte. Mit Hilfe von elektronischen SIM-Karten (eSIM) hatten die Verurteilten laut Gericht auf fremde Bankkonten zugegriffen und versucht, Geld abzuzweigen. Eine eSIM ist im Gegensatz zu einer normalen SIM-Karte ein fest im Mobilgerät verbauter Chip. Das Ehepaar hatte sich die Login-Daten der Opfer bei den Telefonanbietern besorgt und die Handynummern ihrer Opfer übernommen. Danach loggten sie sich in die Bankkonten der Betroffenen ein – mit deren Passwörtern, die sie sich zuvor im sogenannten Darknet beschafft hatten. Mit dem per SMS für eine Überweisung verschickten TAN-Code konnten sie dann über die Konten verfügen.

    Schwager muss auch ins Gefängnis

    Ein 35 Jahre alter Bruder der Frau wurde wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz zu vier Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt. Außerdem ordnete das Gericht seine Unterbringung in einer Entzugsklinik an. Nach Auffassung des Gerichts hatte der Mann mit dem Ehepaar unter anderem Amphetamine im Darknet bestellt und diese weiterverkauft.

    Opfer im gesamten Bundesgebiet verteilt

    Bundesweit wurden Dutzende Opfer bekannt, die ihren Schaden teilweise von den Banken ersetzt bekamen. Die bei den Betrügereien seit 2017 zu Unrecht erlangten Waren wurden im Teilwert von 50.000 Euro eingezogen. Weitere rund 60 000 Euro würden noch eingezogen, sagte der Richter. Durch das Stoppen der unrechtmäßigen Überweisungen verhinderten die Ermittler nach eigenen Angaben den Verlust von mehr als 200.000 Euro.

    Im Prozess hatten die Angeklagten die Vorwürfe weitgehend eingeräumt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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