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Hohe Bußgelder: Was Wildcampern in Bayern droht | BR24

© BR/Beate Bastian

Wildcamper haben am Forggensee im Allgäu die Polizei auf den Plan gerufen. Sie hatten mitten im Landschaftsschutzgebiet gezeltet. Dabei gelten fürs Campen im Allgäu klare Regeln.

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Hohe Bußgelder: Was Wildcampern in Bayern droht

Das Wohnmobil direkt am See aufstellen und abends beim Lagerfeuer die aufziehenden Sterne beobachten – was in der Werbung romantisch aussieht, kann in der Realität hohe Bußgelder zur Folge haben. Denn in Bayern gelten strenge Regeln für Wildcamper.

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Es war nicht der erste Fall in diesem Jahr, aber laut der Polizeiinspektion in Füssen ein besonders dreistes Vorgehen: Am Montag hatte die Wasserschutzpolizei bei einer Streifenfahrt auf dem Forggensee drei Wildcamper aus Baden-Württemberg entdeckt, die sich mit ihren Fahrzeugen und drei Zelten am Ostufer bei Halblech eingerichtet hatten. Um ans Seeufer zu kommen, waren sie mit ihren Campern einfach über die angrenzenden Felder gefahren.

Anzeige wegen Campens im Landschaftsschutzgebiet

Die Wasserschutzpolizei forderte die Camper auf, das Gebiet unverzüglich zu verlassen, denn diese zelteten mitten in einem ausgewiesenen Landschaftsschutzgebiet. Bei der Verwarnung wird es aber nicht bleiben: Die Wildcamper müssen außerdem mit einer Anzeige und einem empfindlichen Bußgeld durch das Landratsamt Ostallgäu rechnen. Denn wer im Allgäu Wildcampen will, muss klare Regeln befolgen.

Wildcampen kann bis zu 1.500 Euro kosten

Grundsätzlich sollten Camper sich schon vorher informieren, wo sie ihre Zelte aufschlagen dürfen. Denn so verlockend es sein mag, direkt am Seeufer zu campen, erlaubt ist es in den meisten Fällen nicht. Das Landschaftsschutzgebiet "Forggensee und benachbarte Seen" umfasst unter anderem auch den Hopfensee, den Großen Eschacher Weiher, den Illachbergsee und den Hegratsrieder See – insgesamt eine Fläche von 5.800 Hektar.

Im gesamten Ostallgäu gibt es 18 solcher Schutzgebiete mit einer Gesamtfläche von mehreren tausend Hektar. Wer hier unerlaubt seine Zelte aufschlägt oder mit dem Wohnmobil parkt, muss mit Strafen von bis zu 1.500 Euro rechnen.

Zelten im Wald und auf Privatgrund verboten

Sein Zelt im Wald aufzuschlagen ist ebenfalls keine gute Idee. Im gesamten Freistaat gilt das Landeswaldgesetz. Wer sein Zelt vorsätzlich oder fahrlässig unbefugt in einem Wald aufstellt, muss ebenfalls mit einer Geldbuße rechnen. Bleibt die sogenannte "freie Landschaft", also alle Gebiete außerhalb des Waldes. Grundsätzlich ist Zelten dort nicht verboten, doch dazu muss auch klar sein, dass es sich beim ausgesuchten Zeltplatz nicht um Privatgrund handelt. Sonst braucht man das Einverständnis des Besitzers, wenn man keine rechtlichen Probleme bekommen möchte.

Biwakieren wird meist toleriert

Viel einfacher wird es, wenn man wirklich unter freiem Himmel übernachtet, also ohne Zelt und nur mit Isomatte und Schlafsack. Für das Biwakieren, wie es offiziell heißt, gibt es keine ausdrücklichen Regeln im Gesetz.

Lagerfeuer muss angemeldet werden

Auch dann sollte man aber vom romantischen Lagerfeuer unterm Sternenhimmel eher Abstand nehmen. Delikte im Zusammenhang mit Feuer ziehen oft hohe Strafen und Schadensansprüche nach sich. Offenes Feuer muss deshalb vorher bei der zuständigen Rettungsleitstelle angemeldet werden.

Zum Schutz der Natur und der Tiere muss auch immer ein Abstand von 100 Metern zum nächstgelegenen Wald eingehalten werden. Laut der Polizei in Füssen wird in aller Regel nur das Verbrennen von Altholz oder von Grüngutabfällen genehmigt – ein Lagerfeuer in freier Natur zählt eher nicht dazu.