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Bayern will Tiertransporte drastisch einschränken | BR24

© dpa-Bildfunk/Philipp Schulze

Tiertransporte in Drittstaaten sorgten in der Vergangenheit für Kritik

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    Bayern will Tiertransporte drastisch einschränken

    Da Tiertransporte in Drittländer immer wieder für Kritik sorgten, hat Bayerns Umweltminister Glauber zum runden Tisch geladen. Die Landräte von Passau und Landshut zeigen sich erfreut über die Ergebnisse. Der Bayerische Bauerverband ist skeptisch.

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    Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) hat am Dienstag neben Kommunal- und Landespolitikern auch Vertreter von Zuchtverbänden, Tierschutzorganisationen, landwirtschaftlicher Interessenverbände sowie Tierärzte zu einem runden Tisch ins Umweltministerium nach München eingeladen. Der Grund: In den letzten Wochen häufte sich die Kritik an Tiertransporten aus Bayern in Staaten außerhalb der EU - die zu langen Transportzeiten sowie tierquälerischen Schlachtmethoden wurden bemängelt.

    Drastische Einschränkungen für bayerische Tiertransporte

    Mehrere Landratsämter, darunter auch Passau und Landshut, genehmigten aufgrund von Rechtsunsicherheit und fehlendem Tierschutz sogar gar keine Tiertransporte in bestimmte Länder mehr. Das Ergebnis des runden Tischs: Bayern will Tiertransporte drastisch einschränken. Grundsätzlich sollen im Sinne des Tierschutzes keine Zuchtrinder mehr von Bayern aus in Staaten außerhalb der EU transportiert werden, die nicht die deutschen Tierschutzstandards einhalten.

    Landräte aus Passau und Landshut zeigen sich erfreut

    Der Landshuter Landrat Peter Dreier, der Ende Januar den Transport einer trächtigen Kuh nach Usbekistan gestoppt hatte, war beim runden Tisch dabei und zeigt sich im Gespräch mit dem BR erfreut über die Ergebnisse:

    "Wir sind im Konsens auseinander gegangen und nicht im Streit. Und es wurde auch erkannt, dass es wichtig ist, dass die Landwirte eine Unterstützung erfahren, die hier beste Arbeit leisten. Aber dass eben auch dann beim Export die entsprechenden Bestimmungen, was den Tierschutz, was den Transport betrifft, eben auch eingehalten werden." Peter Dreier, Landrat Landshut

    Auch der Passauer Landrat Franz Meyer sieht das Ergebnis des runden Tischs positiv: Es sei ein gutes Ergebnis im Sinne des Tierschutzes, aber auch im Sinne der Rechtssicherheit für die Amtstierärzte in den Veterinärämtern.

    Bauernverband hat Bedenken

    Der Bayerische Bauernverband und der Rinderzuchtverband reagierten zurückhaltend auf das Ergebnis des heutigen Treffens. Gerhard Stadler vom niederbayerischen Bauernverband gibt zu bedenken:

    "Wir sind für Veränderungen offen, aber wir müssen aufpassen, dass wir das nicht einseitig für unsere bayerischen Tiere machen, sondern das müssen wir anders denken." Gerhard Stadler, niederbayerischer Bauernverband

    Um wirtschaftliche Nachteile für Bayern zu vermeiden, müsste an einer bundes- oder sogar europaweiten Einigung gearbeitet werden, fordern der Bauernverband und die Züchter.

    Umweltministerium erarbeitet Positiv- und Negativliste

    In der kommenden Woche soll vom Umweltministerium gemeinsam mit den Verbänden eine Liste erarbeitet werden, aus der hervorgeht welche Länder die Tierschutzstandards einhalten und welche nicht. Wenn keine Bedenken wegen des Tierwohls bestehen, sollen Amtstierärzte mit mehr Rechtssicherheit die Vorzeugnisse für die Transporte ab Hof ausstellen können.

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    Autor
    • Stephanie Probst
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