| BR24

 
 

Bild

Schlappentag in Hof
© pa/dpa/Johann Scheibner

Autoren

Annerose Zuber
© pa/dpa/Johann Scheibner

Schlappentag in Hof

Am Montag wird der Schlappentag, der Hofer "Nationalfeiertag", zum 586. Mal gefeiert. Morgen erinnern Laienschauspieler bei einer Stadtführung an den verheerenden Überfall der Hussiten auf Hof im Jahr 1430. Die Führung beginnt um 14.00 Uhr. Von der Michaeliskirche beim Hofer Rathaus aus lassen die fromme Hofer Bürgerin Edith, der rohe Hussitenknecht und seine Mannen, sowie Tuchhändler und Mägde auf dieser Zeitreise die Entstehung des Hofer "Nationalfeiertags" lebendig werden.

Auftrag: Schießen lernen!

Die Verwüstung der Stadt durch die Anhänger des böhmischen Reformators Jan Hus war der Auslöser des Schlappentags. Denn damit die Hofer ihre Stadt wieder aufbauen konnten, erließ ihnen der Markgraf von Bayreuth damals die Steuern. Im Gegenzug mussten die Hofer regelmäßig das Schießen üben, um sich künftig besser verteidigen zu können.

Braurecht fürs Schlappenbier

Allerdings rannten die Hofer immer erst auf den letzten Drücker in ihren hölzernen Handwerk-Schlappen zum Schießhäuschen, erzählt Gästeführer Leo Cepera, der die Hussitenführung in der Stadt neu konzipiert hat. "Und dort war dann eine Warteschlange und also hat man gesagt, trink ma doch a Seidla Bier, bis wir mit dem Schießen dran kommen." Daraus entwickelte sich schnell ein Fest, denn der Markgraf hatte den Hofer Schützen damals auch das Braurecht für ein spezielles Starkbier verliehen. Dieses Schlappenbier wird traditionell erst am Schlappentag ausgeschenkt, der wie vor über 580 Jahren immer am Montag nach Trinitatis gefeiert wird. 

Autoren

Annerose Zuber

Sendung

Regionalnachrichten Franken vom 25.05.2018 - 13:30 Uhr