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Hofer Freiheitshalle: Prozesse wegen Baumängeln erwartet | BR24

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Die Sanierungsarbeiten an der Hofer Freiheitshalle beschäftigen die Juristen schon seit 2012.

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Hofer Freiheitshalle: Prozesse wegen Baumängeln erwartet

Mögliche Fehler bei der Sanierung der Hofer Freiheitshalle beschäftigen die Juristen schon länger. Nun könnte es im Herbst zu ersten Prozessen gegen Architekten und Baufirmen vor dem Landgericht Hof kommen. Das ergaben Recherchen des BR.

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Von
  • Annerose Zuber

Gerichtsverfahren wegen möglicher Baumängel ziehen sich oft Jahre hin. So auch im Fall der Hofer Freiheitshalle, die für rund 36 Millionen Euro saniert wurde. Wegen möglicher Fehler bei Planung und Konstruktion der spektakulären Glasfassade hatte die Stadt Hof bereits nach Eröffnung der Halle 2012 die Juristen eingeschaltet.

Hofer Freiheitshalle: Gutachter seit 2013 im Einsatz

Das Landgericht Hof beauftragte 2013 im sogenannten Beweissicherungsverfahren einen Gutachter. Er sollte nicht nur die Glasfassade vor Ort prüfen, sondern anhand von Ausschreibungen und Plänen auch die Verantwortung für die Mängel an der Glasfassade klären. Deshalb dauert so ein umfangreicheres Gutachten länger als die kürzlich durchgeführte Routine-Kontrolle. Prüfstatiker der Landesgewerbeanstalt Bayern (LGA) hatten innerhalb von wenigen Tagen gravierende Mängel an der Fassade festgestellt.

Gutachten entscheidend für Schadensersatzklage

Das gerichtliche Beweissicherungsverfahren soll nun "zeitnah" abgeschlossen werden. Das teilte die Stadt Hof auf BR-Anfrage mit. Das Gutachten sei dann Voraussetzung dafür, ob und gegen wen die Stadt Hof Schadensersatz beziehungsweise die Kosten für die Fassadensanierung einklagen kann. Am Beweissicherungsverfahren waren das Bamberger Architekturbüro und eine oberbayerische Baufirma beteiligt.

Stadt Hof zahlt Rechnung nur teilweise

Die Stadt hat auf jeden Fall die Rechnung der Firma, die die Glasfassade konstruiert hatte, wegen möglicher Baumängel seit Jahren nicht vollständig bezahlt. Das oberbayerische Unternehmen machte deshalb die Stadt für seine Insolvenz mitverantwortlich.

Streit um Architekten-Honorar kommt vor Gericht

Es gibt ein zweites Verfahren, bei dem sich die Stadt und der Architekt gegenüberstehen. Streitpunkt ist das Honorar. Nach Auskunft der Stadt hat der Architekt ein Gesamthonorar von 900.000 Euro eingefordert. Das jedoch will die Stadt in dieser Höhe aufgrund möglicher Mängel bei der Fassade nicht zahlen.

Erster Prozess könnte demnächst beginnen

Mit dem Honorarstreit zwischen Architekt und Stadt beschäftigt sich das Landgericht Hof seit 2015. Nach BR-Informationen zieht sich das Verfahren in die Länge, weil es einen Wechsel bei den zuständigen Richtern gab. Voraussichtlich im Herbst oder Winter könnte der Prozess beginnen, erklärt die Stadt auf BR-Anfrage. Wann ein Urteil zu erwarten ist, sei völlig offen.

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